Verpackt und transportfähig: Das kompakte Aktivhaus B10, das in der Lage ist, 200 Prozent seines Energiebedarfs selbst aus nachhaltigen Quellen zu gewinnen, kann in kürzester Zeit ab- und wieder aufgebaut werden. (Bild: René Müller)

Das Aktivhaus B10 ist umgezogen:

Ein Haus auf Reisen

Von Stuttgart auf die Alb. Das von Werner Sobek entworfene Aktivhaus B10 ist umgezogen.

Das von Werner Sobek entworfene Aktivhaus B10 steht beispielhaft für das emissionsfreie und nachhaltige Bauen der Zukunft. Das temporäre Versuchsgebäude war fünf Jahre lang Besuchermagnet in der Weißenhofsiedlung – auf ausdrückliche Bitte der Stadt Stuttgart sogar zwei Jahre länger als ursprünglich geplant. Aufgrund seines innovativen Konzepts ist es aktueller denn je: ein in kürzester Zeit aufbau- und abbaubares sowie transportfähiges Gebäude, das über ein selbstlernendes Energiemanagement verfügt und das nahezu bezugsfertig angeliefert wird. Im August 2019 wurde B10 innerhalb eines Tages abgebaut und per Schwertransport an seinen neuen Standort in Hohenstein auf der Schwäbischen Alb transportiert.

Vorsichtig wird das abgebaute Aktivhaus B10 durch die Straßen manövriert und seinem neuen Standort auf der Schwäbischen Alb zugeführt. (Bild: René Müller)

Fünf Jahre lang stand das von Werner Sobek entworfene Aktivhaus B10 in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung inmitten von denkmalgeschützter Bauhausarchitektur, auf Bitten der Stadt Stuttgart sogar zwei Jahre länger als geplant. Das öffentliche Interesse an diesem im Rahmen des Forschungsclusters »Schaufenster Elektromobilität« entstandenen Gebäude mit seinem ausgeklügelten Energiemanagement war groß: Tausende statteten dem Haus in den vergangenen Jahren einen Besuch ab, Medien auf aller Welt berichteten über das kleine Energiebündel aus Stuttgart.

Das Bauen von Morgen neu denken

B10 war eines der ersten Aktivhäuser weltweit. Dank eines selbstlernenden Energiemanagementsystems ist das Gebäude in der Lage, 200 Prozent seines Energiebedarfs selbst aus nachhaltigen Quellen zu gewinnen. Dieser Überschuss diente in der Weißenhofsiedlung unter anderem dazu, Elektrofahrzeuge zu betreiben und die Versorgung benachbarter Gebäude zu ermöglichen. B10 erfüllte so eine der zentralen Forderungen von Werner Sobek: Das Bauen und Wohnen der Zukunft muss immer in Zusammenhang mit nachhaltigen Mobilitätskonzepten sowie dem umliegenden Quartier gedacht werden.

Das modulare Gebäude kann vielfältig genutzt werden

War das von Werner Sobek entwickelte Aktivhaus schon allein aus diesem Grund ein Vorzeigeprojekt, so ist es auch aus anderer Perspektive interessant: Es ist modular, kompakt, in kurzer Zeit auf- und abbaubar sowie vielseitig nutzbar.

Entsprechend viel Sorgfalt wurde beim Aktivhaus auf ein bis ins Detail durchdachtes, funktionales Raumkonzept sowie auf hochwertige Materialien gelegt. (Bild: René Müller)

Ressourcen und Wohnraum sind knapp – ein Lösungsansatz

Natürlich gilt auch für B10 das, was Werner Sobek für alle von ihm geplanten Gebäude in Anspruch nimmt: „Die Leute müssen ihre Häuser lieben!“ Entsprechend viel Sorgfalt wurde beim Aktivhaus auf ein bis ins Detail durchdachtes, funktionales Raumkonzept gelegt sowie auf hochwertige Materialien und ausgesuchte Produkte. B10 zeigt dabei auf, was für ein Potential in der Vorfertigung liegt: „Modulares Bauen heißt, dass man Raumeinheiten baut. Idealerweise ist alles schon so weit vorkonfiguriert, dass auf der Baustelle kaum noch etwas zu tun ist“, so Werner Sobek. Die modulare Bauweise ermöglicht eine serielle Fertigung in hohen Stückzahlen und in kurzer Zeit. Dies wiederum wirkt sich positiv auf die Kosten aus – insbesondere in Zeiten knappen Wohnraums und hoher Grundstückspreise ein nicht zu vernachlässigender Faktor.

Bereits im Frühjahr 2017 waren die eigentlichen Forschungsarbeiten abgeschlossen worden, auf Bitten der Landeshauptstadt Stuttgart wurde die Standzeit aber um weitere zwei Jahre verlängert. Nun aber war es endgültig Zeit für einen Umzug. Im August 2019 wurde B10 binnen eines Tages per Kran auf einen Schwertransporter gehoben und dann nach Hohenstein-Oberstetten gebracht. Das Gebäude dient dort künftig als Empfangsgebäude für die Firma SchwörerHaus, die B10 im Auftrag von Werner Sobek gebaut hatte – und bleibt so auch künftig ein Vorzeigeprojekt für das Wohnen und Bauen von morgen.

Quelle: Werner Sobek AG

Weitere Informationen auf:

www.wernersobek.com

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