Digitalisierung soll Schwung für die NÖ Wirtschaft verstärken

Das Land Niederösterreich will gemeinsam mit der NÖ Wirtschaftskammer und der NÖ Industriellenvereinigung den Schwung, der der Wirtschaft im Land prognostiziert wird, noch weiter verstärken. Als klaren Schwerpunkt „wollen wir die Digitalisierung vorantreiben“, erklärt Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav.

Die Konjunkturprognosen wurden zuletzt deutlich nach oben revidiert. Laut dem Institut für Höhere Studien (IHS) wird das Wirtschaftswachstum heuer in Niederösterreich 2,5 Prozent (statt der ursprünglich angenommenen 1,7 Prozent) betragen. „Damit liegt unser Bundesland auch deutlich über dem Österreich-Schnitt von 2,2 Prozent“, betont Bohuslav. Und bei der Kaufkraft nimmt Niederösterreich mit durchschnittlich 23.554 Euro pro Haushalt einen Spitzenplatz ein – noch vor Vorarlberg und Salzburg, so Bohuslav. Der Österreich-Schnitt liegt bei 22.597 Euro.

Erfreuliches gab es in der Zwischenbilanz auch vom Tourismus zu berichten, wo bis 2020 in Niederösterreich sieben Millionen Nächtigungen angepeilt werden. Bis Ende Mai gab es einen Zuwachs um 82.700 Nächtigungen bzw. 3,4 Prozent.

Im Export sieht Bohuslav Niederösterreichs Wirtschaft ebenfalls auf einem guten Weg. „Wir haben neue Märkte wie den Iran angepeilt, sind in Deutschland bestens präsent und profitieren nun davon, dass die EU-Förderungen in den Ländern Mittel- und Osteuropas (CEE-Länder) angekommen sind“, sagt die Wirtschaftslandesrätin.

Bei den in Niederösterreich geförderten Investitionsprojekten war von Jänner bis Juni ebenfalls ein deutliches Plus zu verzeichnen. 80 Projekte (gegenüber 60) wurden bisher eingereicht. Das Haftungsvolumen des Landes ist von 13,5 auf 23 Millionen Euro angewachsen und löst bisher ein Investitionsvolumen von 80 Millionen Euro aus.

Damit dieser Schwung erhalten bleibt, setzt Bohuslav auf die Strategie »Wirtschaft 4.0« und als Grundvoraussetzung dafür auf den Ausbau des Breitband- bzw. Glasfaser-Netzes in Niederösterreich, verbunden mit der Forderung nach Flexibilisierung der Arbeitszeitmodelle inklusive »Home-office«-Möglichkeiten. „Derzeit fördern wir das noch nicht“, so Bohuslav im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst, „aber das ist durchaus möglich.“

Konkreter ist jedenfalls schon die Einrichtung einer Stabstelle für Digitalisierung in ihrem Ressort, über die auch die Zusammenarbeit mit anderen Ressorts, wie etwa Landwirtschaft, Gesundheit und Energie, koordiniert wird. Bohuslav: „92 Maßnahmen haben wir in diesem Bereich über Förderungen schon auf den Weg gebracht.“ Als eines der Leitprojekte sei ein »Haus der Digitalisierung« geplant, wo ein Kompetenzzentrum als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ebenso Platz finden wird wie etwa Coworking-Spaces etc.

Ab Herbst sollen dann bereits über das Online-Portal der Wirtschaftsförderung Anträge mit digitaler Unterschrift papierlos eingereicht werden können und die Fördernehmer via Internet verfolgen können, in welchem Stadium ihr Antrag gerade bearbeitet wird. Und die »Niederösterreich-Card« soll schon ab der nächsten Saison ein »digitales Facelifting« erfahren. „Wir werden dann den Karten-InhaberInnen noch viel mehr aktuelle Infos über die touristischen Angebote vermitteln können“, so Bohuslav.

Quelle: NÖ Wirtschaftspressedienst

Bild: pixabay

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