Siemens bietet Lösungen:

Die »Wolken« des Energiemonitorings

Die Digitalisierung, und vor allen Dingen das Thema Industrie 4.0 oder MindSphere, ist eine der fundamentalsten Umwälzungen unserer Zeit in der Industrielandschaft aber mittlerweile auch im klassischen Elektrogewerbe.

In Zukunft wird sich kein Unternehmen mehr erlauben können, auf die Vorteile der Digitalisierung zu verzichten, ganz einfach, weil sie dabei hilft, die Kosten nachhaltig zu senken. Insofern ist ein Energiemanagementsystem der konsequente Schritt in die Zukunft. Mit den Energieflüssen lassen sich wesentliche Kostenflüsse im Unternehmen erfassen und man profitiert von der Datenauswertung – mit niedrigen Energiekosten und wettbewerbsfähigen Preisen der Produkte. Das Siemens-Energiemonitoringsystem hilft, ein betriebliches Energiemanagement gemäß ISO 50001 zu errichten – für Infrastrukturen, industrielle Anwendungen und Gebäude.

Rainer Brade ist Produktmanager Energiemonitoring und Energieschaltgeräte bei Siemens. (Bild: Siemens)Herr Brade, Sie gelten als Experte im Bereich der Energieeffizienz und des Energiemonitorings. Wie schätzen Sie dieses Thema im Bereich der Industrie und Gewerbe ein?
Rainer Brade, Produktmanager Energiemonitoring und Energieschaltgeräte: Jeder schaut auf seine Kosten, und umso einfacher und transparenter sich diese darstellen lassen, umso einfacher sind diese in den Griff zu bekommen. Wir bieten dazu eine umfassende Produktpalette und Lösungen an.

Wie viele Unternehmen nützen die möglichen Potentiale schon?
Brade: Zu wenige, viele Unternehmen, ob diese nun vom Energieeffizienzgesetz betroffen sind oder nicht, haben das Thema »Energie« noch nicht so wirklich am Radar.

Wie groß ist der noch zu erschließende Markt auf diesem Gebiet in Österreich?
Brade: Aus meiner Sicht beinahe unendlich. Ich habe schon sehr viele Unternehmen besucht und auch viele Systeme bei der Realisierung begleitet, in jedem dieser Unternehmen wurden meist beträchtliche Potentiale gefunden. Sehr oft sind diese nicht unbekannt, es scheitert meist daran, die notwendigen Daten und Budgets für eine Sanierung der »Energieverschwender« zu bekommen. Mit einem Maßsystem bekommen die Entscheider belastbare Zahlen und können anhand dieser Daten meist rasch die richtigen Schlüsse ziehen.

Was könnten die Gründe dafür sein, warum viele Unternehmen noch nicht auf diese Technologien setzen?
Brade: Meist sind die Ressourcen nicht vorhanden, die Wertigkeit der Energie ist auch noch nicht richtig angekommen. Des Weiteren ist Energie derzeit auch relativ billig. Da haben wir »in« den Köpfen noch viel Arbeit vor uns, wir haben nur das eine Raumschiff »Erde«.

Welche Vorteile bieten sich Unternehmen, die Energieeffizienz und hier vor allem Energiemonitoring einsetzen?
Brade: Je mehr Sie über Ihren Energiebedarf wissen, desto besser können Sie Ihre Prozesse darauf abstimmen. Und desto erfolgreicher wird Ihr Energiemanagement.
Visualisieren Sie aktuelle Daten und vergleichen Sie sich mit Benchmarks: Das deckt Einsparpotenziale auf und unterstützt Sie dabei, entsprechende Maßnahmen abzuleiten und systematisch umzusetzen. Moderne Messgeräte wie die 7KT/7KM PAC-Messgeräte erfassen präzise und zuverlässig bis zu 800 Messwerte – und geben sie zur weiteren Verarbeitung an übergeordnete Energiemanagement- und Automatisierungssysteme. Diese erhalten über standardisierte Bussysteme weitere Daten für Diagnose,
Störungserkennung, Instandhaltung und Energiemonitoring aus der Energieverteilung selbst, etwa von intelligenten, kommunikationsfähigen Komponenten, wie offenen Leistungsschaltern 3WL oder Kompaktleistungsschaltern 3VA. Ein Energiemonitoringsystem kann jedoch noch mehr! Energie ist ein produktionsnotwengiges Gut, das genauso wie die Rohmaterialen meist zugekauft wird. Bei den Rohmaterialien gibt es in fast allen Betrieben, die ich bisher gesehen habe, eine Wareneingangskontrolle, bei der Energie bleibt diese zumeist aus. Die Netzqualität wird von vielen Unternehmen »vorausgesetzt«, die Praxis zeigt jedoch leider ein anderes Bild. Beim Thema Netzqualität treffen zwei Entwicklungen aufeinander: die steigende Automatisierung und Technisierung der Produktion – und die Veränderungen in der Stromerzeugung. Letztere führt zu immer größeren Spannungs- und Frequenzschwankungen. Schaltimpulse von Großverbrauchern in ihrem Netz können aber ähnliche Probleme auslösen.

Gibt es Referenzen, auf die man an dieser Stelle verweisen kann?
Brade: Mit Regro haben wir einen sehr guten Partner für das Thema Energieeffizienz. Regro hat aus meiner Sicht ein umfassendes Know-how über alle Themen zur Energieeffizienz und das nötige Netzwerk aus Industrie- und Gewerbepartnern. Wir arbeiten in diesem Gebiet sehr eng zusammen und haben auch schon einige Projekte gemeinsam realisiert.

Ein Beispiel?
Brade: Zusammen mit Rexel Austria haben wir in ihrem Logistikzentrum, übrigens das aktuell größte Elektrolager Österreichs, ein System mit Messzählern aufgebaut, um dauerhaft Daten und Energieflüsse auswerten zu können. Mit Hilfe dieser Funktionalitäten wurde rechnerisch Energie im Wert von über 100.000 kWh pro Jahr eingespart und der CO2-Ausstoß um knapp 60 Tonnen pro Jahr reduziert! Eine Amortisationszeit der Investition von ca. 2 Jahren ist somit erreichbar.

Wurde das System nicht auch mit der Siemens»Wolke« MindSphere verbunden?
Brade: MindSphere ist das cloudbasierte, offene IoT (Internet of Things)-Betriebssystem von Siemens, das die Verbindung von Maschinen und physischer Infrastruktur zur digitalen Welt ermöglicht. Damit kann man ein riesige Datenvolumen von unzähligen intelligenten Geräten, zum Beispiel auch die Daten der PAC-Messgeräte nutzen. So erlangt man bisher nicht dagewesene Erkenntnisse über das gesamte Unternehmen hinweg. Das Logistikzentrum ist weltweit die erste Anbindung an diese zukunftsweisende Technologie von Siemens. Diese offene Plattform erlaubt es nun, auf die Energiedaten von überall zugreifen zu können und sie nahtlos einer Auswertung weiterzuleiten.

Welche Vorteile fallen Ihnen durch die Zusammenarbeit mit Siemens ein?
Brade: Erstens ein sehr breites Netzwerk und auch die nötigen Erfahrungen, um Projekte zu dem Thema Energieeffizienz bearbeiten zu können. Probleme werden nicht nur aus einem »Blickwinkel« gesehen. Ein ganzheitlicher Lösungsansatz steht im Vordergrund und nicht das einzelne Produkt. Zweitens haben unsere Kunden mit Siemens einen potenten Partner an der Hand, der in allen Belangen zu diesem Thema die passenden Antworten und Lösungen hat. Und drittens gewohnte Ansprechpartner, gelernte Prozesse und Kontinuität in der Geschäftsbeziehung zwischen allen Beteiligten.

Herr Brade, danke für das informative Gespräch!

Alle Bilder: Siemens

ähnliche Beiträge