Die Innungskolumne im Oktober 2011

 

Wollten wir dieser Verordnung entkommen, dann müssten wir das Rad um ca. 100 Jahre zurückdrehen. Am besten, die Elektrizität abschaffen oder bewegliche Elektrogeräte in den Müll werfen. Wollen wir das nicht, dann muss wohl oder übel jeder Handwerker und jedes Reinigungspersonal, ja sogar der Banker, der Elektrogeräte außerhalb seines Arbeitsplatzes in Betrieb nimmt, einen steckbaren 30 mAFI-Schutzschalter mit haben.

 

Denn nur so ist der Satz: „Vor Inbetriebnahme eines Elektrogerätes außerhalb des ständigen Arbeitsplatzes ist zu prüfen, ob die Schutzmaßnahme an der zu verwendenden Steckdose in Funktion ist“, umsetzbar! Denn den Elektrotechniker, der das feststellen kann, wird sich wohl niemand mitnehmen können! Oder? Er ist nämlich der Einzige, der dies bestätigen kann.

 

Wir, die Elektrotechniker als Initiatoren, haben mit einigen Bundesinnungen und der Bundessparte Gewerbe, sowie einiger Sparten aus Wien, in letzter Sekunde versucht, diese Verordnung in brauchbare und umsetzbare, sowie finanzierbare Bahnen zu lenken. Es hat uns jedoch die Unterstützung von allerhöchster Ebene gefehlt.

Wir haben, wenn sie so kommt, wie sie zurzeit vorliegt, nur die Umsetzbarkeit erreicht. Und da nur die für den Elektrotechniker – er weiß nun, was er zu tun hat und worauf er sich beziehen kann. Für alle restlichen Betroffenen (jeder außerhalb des Arbeitsplatzes arbeitende Unselbständige), egal ob Maurer, Schlosser, Tischler, Rauchfangkehrer, Bänker, Versicherungsmakler usw. egal ob Fremdenverkehr, Industrie, Gewerbe oder Verkehr, ja sogar Landes- u. Bundesbedienstete wird es wohl oder übel eine Gratwanderung und eine Kostensteigerung bedeuten. Denn jedes Elektrogerät der Klasse I (Schutzerdung) im schweren Einsatz, muss einmal jährlich vom Elektrotechniker überprüft werden. Eine Dokumentation und ein Aufkleber am Gerät müssen vorhanden sein.

 

Das war nur eine Spitzfindigkeit dieser Verordnung. Über alle weiteren werden wir, nach erscheinen der Verordnung, zwecks Verständlichkeit in einer eigenen Broschüre aufklären müssen. Die Elektroinnung Wien und das KFE werden diese gemeinsam mit Rechtsexperten und Sachverständigen erarbeiten und auflegen.

 

Die Conclusio der Geschichte: Wir haben es aufgrund von Unwissenheit und Unverständnis wieder einmal geschafft, eine Verordnung auf den Rücken unserer Mitglieder zuzulassen! Wer trägt die Verantwortung? Wer trägt die Kosten? Und wie setzen wir sie um?

 

Alles Fragen, die offen bleiben!

Aber eines ist aus heutiger Sicht sicher, ohne Elektrotechniker geht, wenn sich die Technik so weiter bewegt, auf dieser Welt bald nicht einmal mehr das Nasenbohren. Aber das mit Genuss!

 

Euer Joe Witke

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