Die Innungskolumne im März 2011

Das Preisgefüge beruhigt sich allmählich, jedoch auf einem ungesunden niedrigen Niveau. Nach dem kalten und langen Winter geht es nur langsam wieder bergauf. Der Spaß an der Arbeit hält sich in Grenzen. Die geforderten Nachlässe werden immer unverschämter, und die Gewinnmargen – wenn es so etwas noch gibt drehen immer mehr ins Minus.

Auf dem Markt tritt eine Art Panik auf, und es werden Nachlässe, hart an der Schmerzgrenze, weitergegeben. Das heißt, die Unternehmer geben Nachlässe, die zwar für den Auftraggeber toll sind, dem Unternehmen jedoch langsam aber sicher die Substanz entziehen. Man kann hier nicht mehr nachvollziehen, wie ein Unternehmen einen Auftrag mit diesen Preisen gewinnbringend ausführen kann. Die Folge davon sind schlampige und nicht normgerechte Installationen.

Dazu rückläufige Aufträge aus dem Bereich dem Gemeinden, der öffentlicher Hand und die erschwerte Kreditvergabe. Fallende Umsätze mit einem drastischen Rückgang der Gewinnmarge führen dazu, dass keine neuen Mitarbeiter oder Lehrlinge eingestellt werden können, und dass nicht genügend Eigenkapital zur Verfügung steht, um die Unternehmen zukunftsfähig, also fit zu halten oder zu machen.

Das fördert das Billigstbieterunwesen. Damit macht das Gewerbe die Preise kaputt. Die Betriebe richten ihre Preise nach den Konkurrenten aus – ohne Orientierung auf ihre eigene Kalkulation und Preisbildung. Alles das aus purer Existenzangst.

Und woraus resultiert diese Angst? Das hängt von vielen Faktoren ab wie Umsatzeinbrüche bei steigenden Fixkosten, schlechtes Preisimage, keine nutzerorientierte Preisgestaltung.

Hier gibt es offensichtliche Defizite, vor allem bei den betriebswirtschaftlichen Dingen. Wie viele können den Stundenverrechnungssatz richtig berechnen, wer einen Finanzplan korrekt aufstellen oder einen Controllingreport deuten, von einer Nachkalkulation ganz zu schweigen. Und: Wer kann wirklich Mehrwert verkaufen und richtig argumentieren?

Nicht alle Aufträge müssen nachkalkuliert werden, aber die größeren schon, und zwar ständig. Um Sicherheit bei der Preisfindung zu gewinnen, ist das unbedingt notwendig. Wirklich jeder muss herausfinden, ob die Summe aller Kosten geringer ist als der erzielte Umsatz, denn nur dann hat ein Projekt Gewinn erzielt. Aber eine detaillierte Nachkalkulation von Projekten geht noch darüber hinaus. Durch die regelmäßige Nachkalkulation werden die Stundensätze ermittelt, die wir für die zukünftigen Angebotserstellungen benötigen.

Eine regelmäßige Nachkalkulation in Verbindung mit einem Controllingreport fußt somit auf Daten, Zahlen und Personen. Letztendlich lässt es sich soweit herunter brechen, dass man sagen kann, hier hatten Mitarbeiter ein Leistungshoch bzw. -tief, oder der Einkauf und die Lagerlogistik müssen angepasst werden.

Wenn durch die Nachkalkulation Fehler aufgedeckt werden, kann das auch positive Auswirkungen auf die Mitarbeiter haben. Auch der Mitarbeiter ist froh, wenn er weiß, wo der Schuh drückt, wenn er Informationen bekommt, diese dann auch gegenüber Kunden argumentieren kann. Man kann schnell auf Änderungen reagieren und sofort agieren.

Kalkulation ist eines der wichtigsten Elemente des Unternehmers. Alle Arbeit ist umsonst wenn nicht richtig kalkuliert wird. Wir helfen dabei – mit der Innungseigenen Firma EDS. Diese leistet Hilfestellung bei der Erstellung von schnellen und einfachen Angebote, Rechnungen oder Bestellungen. Mit integrierten Leistungsbüchern und hinterlegten Richtpreisen und -zeiten (Maxi-LV), Stücklisten und Artikeldaten hat man eine umfangreiche Standardkalkulation schnell zur Hand! Ladet Euch die Angebote von OPIP direkt in EDS-kaIk herunter, um diese abzurechnen. Holt Euch auf Knopfdruck die aktuellsten Preise. „Vergiss händisches Auspreisen – vollautomatische Updates sind der Stand der Technik!”

Schätzen ist hier zu wenig! Kalkuliert Euch einmal Euren Stundensatz genau – ein kleines Programm dafür gibt’s bei der EDS. Ein einfaches Werkzeug, mit dem schnell und effektiv gearbeitet werden kann, auch wenn man nicht tagtäglich den PC-Platz hütet.

Euer Jo Witke

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