Die Innungskolumne im April 2011

Aber mir scheint ja sowieso, dass unsere Branche zurzeit vom Umsatz und nicht von der Spanne lebt. Beginnt doch endlich zu kalkulieren! Man muss auch einmal auf einen Auftrag zu verzichten lernen und nicht immer der Billigste sein. Um danach am Ende draufzukommen, dass der Aufschlag vergessen wurde oder der Kupferpreisindex nicht berücksichtigt ist und das, so zum Teufel noch Mal der Kupferpreis »zum ersten Mal im Leben« in unendliche Höhen steigt.

Liebe Freunde – so geht es nicht! Ist der Kupferpreis unten, ist das jedem egal, und wir können das Kabel ja verschenken! Steigt er, dann ist die Standesvertretung schuld!? Ich darf Euch verraten – auf Wunsch machen wir in jedem Ort Kalkulationsvorträge – denn auf den Kupferpreis haben wir keinen Einfluss, denn der wird vom Weltmarkt bestimmt! Und eines ist sicher – er wird in Zukunft noch weiter steigen – auch wenn er zurzeit gerade fällt.

Jene, die ihn heute schon berücksichtigen (den Kupferpreis), bitte verzweifelt nicht an unseren »Geiz-ist-geil-Anbietern«. Irgendwann merken die Auftraggeber, dass Qualität vor Preis geht und Nachhaltigkeit bzw. Bestpreis vor Billigstanbieter geht. Wir und ich arbeiten daran (ein Lichtblick: in Bayern funktioniert es schon).

Helft mir doch! Schreit es überall raus, dass man von Nichts keine Arbeitsplätze halten kann. Schreit raus, dass ein Betrieb, um investieren zu können, Erträge erzielen muss. Schreit es raus, dass ein Konkursbetrieb und Billigstbieter keine Arbeitsplätze sichert, sondern diese gefährdet und andere noch mitzieht. Je mehr wir das gemeinsam tun, umso eher werden das Problem auch unsere, so gefühllosen, abgehobenen und an den Problemen vorbeiregierenden Politiker und Industriebosse das möglicherweise auch verstehen!

Habt aber Geduld. Sie haben ja studiert und noch nie manuell gearbeitet und noch weniger einen Betrieb in unserer Größenordnung mit allen seinen Problemen geleitet. Von jenen, ganz oben stehenden Personen und jenen im Einkauf von Großfirmen können wir nicht erwarten, dass sie die Probleme des Gewerbes sofort verstehen!

Gebt meine Botschaft bitte weiter – gemeinsam werden wir möglicherweise rascher verstanden! Die Worte gelten in etwas abgewandelter Form auch für unsere »Geiz-ist-geil-Kollegen«, welche Ihre selbstverschuldeten Probleme mit Ausgleich bzw. Konkurs zu lösen versuchen.

Noch ein Aufruf an den Großhandel – warum unterstützt Ihr unsere schwarzen Schafe mit immer mehr Rabatten und immer längeren Zahlungszielen? Warum beliefert ihr sie immer wieder? Sie werden sich nicht ändern! Denkt an meine Worte beim nächsten, selbstverschuldeten Konkurs!

Euer Jo Witke

 

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