Die Energiewende in Österreich und in Europa

 

Die Präsentationen reichten dabei von den Ergebnissen des Forschungsprojektes »Super-for-Microgrid« (S4MG) der TU Wien, über einen Vortrag der ZAMG zur Klimazukunft und zur verstärkten Einbindung der regenerativen Energien bis hin zu den dazu erforderlichen Speichertechnologien und dem Ausbau der Netze in Österreich. Darüber hinaus präsentierte der langjährige Vorsitzende der Energietechnischen Gesellschaft im VDE, Prof. Dr. Wolfgang Schröppel, die Ergebnisse der Studie »Power Vision 2040«. Diese Studie wurde von EUREL, dem europäischen Dachverband der nationalen elektrotechnischen Verbände, durchgeführt und jüngst Günther Oettinger, EU-Kommissar für Energie, präsentiert.

 

Laut Professor Dr. Brauner stellt sich die Energiewende in Österreich gänzlich anders dar als beispielsweise in Deutschland bzw. weiteren europäischen Ländern. Österreich produziert bereits jetzt 60% seines Stroms aus Wasserkraft und Windenergie. Bis 2020 soll dieser Wert auf 70% ansteigen, parallel dazu ist die Stromerzeugung aus Photovoltaik auszubauen. Wie in der Studie S4MG, die vom Klima- und Energiefonds im Rahmen des Programms »Neue Energien 2020« gefördert wurde, gezeigt, hat Österreich ein jährliches technisches und ökologisch verträgliches Nutzungspotenzial von 91 Terawattstunden (TWh) aus regenerativen Energien, davon alleine 21 TWh aus Wasserkraft. Der derzeitige österreichische Elektrizitätsbedarf liegt bei 68 TWh pro Jahr. Die Ziele der Energiewende werden im Wesentlichen durch die Substitution von fossiler Energie durch erneuerbare Energie erreicht. Da der Elektrizitätsbedarf bis 2050 voraussichtlich auf 150% ansteigt, lassen sich die Klimaschutzziele langfristig nur erreichen, wenn Energieeffizienzmaßnahmen greifen, so Prof. Brauner.

 

Flexible Kraftwerke bei volatiler Erzeugung

Eine große Herausforderung der nächsten Jahre ergibt sich durch die zunehmende Volatilität der Stromerzeugung aufgrund der verstärkten Gewinnung aus Windenergie und mittels Photovoltaik und der damit erforderlichen Bereitstellung von entsprechender Ausgleichsleistung. Als beste Lösung dafür haben sich in einer aktuellen Studie des VDE »flexible Kraftwerke« herausgestellt. Diese müssen in der Lage sein, hohe Leistungsgradienten aufzubringen, häufig an- und abzufahren sowie mit niedriger Mindestlast betrieben zu werden. Aus technischer Sicht ist daher ein Einsatz dieser flexiblen Kraftwerke (Gaskraft- und Pumpspeicherkraftwerke) bei der Integration der dezentralen Stromerzeuger in Europa unbedingt erforderlich.

 

Nachhaltige Stromerzeugung für alle Länder Europas sinnvoll

Die Vorgaben der EU weisen für die einzelnen Länder Europas unterschiedliche Zielsetzungen auf. Langfristig ist ein Weg hin zur nachhaltigen Erzeugung aus regenerativen Energien nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ökonomisch, da dadurch die Importabhängigkeit von fossilen Ressourcen dramatisch reduziert werden kann. „In Deutschland hat die Energiewende durch steigende Investitionen zur verstärkten Nutzung regenerativer Energien, dem dadurch erforderlichen Netzausbau und den Auf- und Ausbau von Speichertechnologien bereits zu etwa 380.000 neuen Arbeitsplätzen geführt. Ölimporte konnten um 5,8 Mrd. Euro vermindert werden”, so Prof. Brauner zusammenfassend, und er ergänzt: „Die Energiewende steht noch vor einigen großen Herausforderungen. Diese zu lösen, könnte die Energiewende zur »grünen Jobmaschine« der Zukunft machen”.

 

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