Die Crux mit der Lehrfreiheit

Ich beobachte zunehmend ehemalige Lehrkräfte, Professoren/Diplompädagogen, etc., die aus irgendeinem Schulbetrieb kommen und nun Seminare zu Sicherheits-relevanten Themen halten. Klar, als zweites Standbein, oder Pensionsaufstockung, kann das eine lukrative Sache sein. Die Crux dabei ist nur, dass in diesen Schulungen oftmals elektrotechnische Grundlagen und Normeninhalte vermittelt werden, die die Vortragenden vor vielleicht 40 Jahren gelernt haben. Dazwischen fand keine adäquate Weiterbildung statt, es fehlt die Praxis und die Kenntnisse über zeitgemäße Messgeräte ebenfalls. So wird dann zum Beispiel erzählt, dass für einen elektrischen Befund eine Überprüfung durch Stichproben ausreichen würde. So etwas hat man vielleicht vor 30 Jahren gemacht –nach einem Elektrounfall kann man heute dafür, wegen Fahrlässigkeit verurteilt werden. Worst Case-Szenario? – zugegeben.
Die Anforderungen an den Mess-Prüftechniker sind heute sehr hoch, der schnelle Fortschritt, PV-Solarspeicher, E-Mobility, LED etc.- und aktuelle Normen sind nun einmal sehr komplex. Auch die dazu passenden Messgeräte werden leistungsfähiger und umfangreicher. Wir bei GMC versuchen, moderne Messgeräte so zu bauen, dass sie immer die aktuell gültigen Normen erfüllen. Das bedeutet, dass ständige Software-Updates wichtig sind – das ist ein riesen Aufwand! Außenstehende können da einfach nicht mit dem aktuellen Stand mithalten, auch mit gutem Willen nicht.
Leider kommt es oft vor, dass bei der Schulung einer Anlagenüberprüfung schlicht und einfach nicht ausreichend, auf das entsprechende Messgerät eingegangen wird. Das aber – eine Anlagenprüfung und das Messgerät – sind heutzutage zwei Elemente, die nicht mehr voneinander zu trennen sind. Wenn ich mein Messgerät nicht ausreichend kenne – ich nicht weiß, welche Einstellungen zu wählen sind – kann ich die Anforderungen einer Norm einfach nicht sinnvoll erfüllen!
Will man also die Feinheiten seines Messgerätes wirklich verstehen und dieses normgerecht einsetzen, so ist man immer noch am sichersten bei Seminaren des entsprechenden Herstellers selbst aufgehoben – denn qualifizierte Hersteller arbeiten auch in den entsprechenden Normgruppen mit und sind so »up to date«. Sie verstehen die Eigenschaften ihres Gerätes und die richtige Anwendung eindeutig am besten!