Björn Rosengren, der CEO von ABB
Björn Rosengren, der CEO von ABB zu seinen Prioritäten. (Bild: ABB AG)

Der CEO von ABB über seine Prioritäten und Zukunftswünsche für das Unternehmen:

Der Weg nach vorne

ABB veranstaltet heute am 10. Juni 2020 um 14 Uhr MESZ einen Webcast für Investoren. In diesem Rahmen präsentiert CEO Björn Rosengren seine ersten Eindrücke seit seinem Eintritt ins Unternehmen zu Jahresbeginn und geht ausserdem auf seine Prioritäten ein. Folgende Themen werden behandelt:

  • ABB-OS entwickelt sich weiter zu neuem Betriebsmodell ABB Way
  • Klare Fokussierung auf dezentralisiertes Geschäftsmodell mit 18 eigenverantwortlichen Divisionen
  • Priorisierung von Stabilität und Profitabilität vor Wachstum
  • Zentrale Rolle eines aktiven Portfoliomanagements
  • COVID-19 in Kombination mit Ölpreisrückgang wird in kommenden Quartalen zu Herausforderungen führen
  • Mittelfristige Finanzziele des Konzerns bestätigt
  • Verkauf der Stromnetzsparte wird voraussichtlich wie geplant zum Ende des zweiten Quartals 2020 abgeschlossen
  • ABB auf Kurs für Kosteneinsparungen von 500 Millionen US-Dollar durch Implementierung von ABB-OS

Nach meinen ersten 100 Tagen als CEO kann ich sagen: ABB ist ein Unternehmen mit solidem Fundament. Unsere Technologien und Produkte sind sehr gut auf wichtige Markttrends und Kundenbedürfnisse ausgerichtet. Dazu gehören etwa die Elektrifizierung des Verkehrs, automatisierte Produktionsprozesse, digitale Lösungen oder nachhaltige Produktivitätssteigerungen“, erklärte Björn Rosengren. „Wir werden unsere starke Position jetzt nutzen, um für unsere Kunden, Mitarbeitenden und Aktionäre überdurchschnittlichen Mehrwert zu schaffen. Dazu entwickeln wir unser dezentralisiertes Geschäftsmodell weiter, stärken unsere leistungsorientierte Kultur, stellen Stabilität und Profitabilität vor Wachstum und treiben unser aktives Portfoliomanagement voran.

Die mittelfristigen Finanzziele des Unternehmens bleiben unverändert: Umsatzwachstum von 3-6 Prozent pro Jahr auf vergleichbarer Basis, operative EBITA-Marge von 13-16 Prozent, Cash-Conversion- Rate von ~100 Prozent, Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) von 15-20 Prozent und ein über dem Umsatzwachstum liegendes Wachstum des Gewinns je Aktie (EPS). Ein Strategie-Update, einschliesslich langfristiger Nachhaltigkeitsziele bis 2030 wird ABB im Rahmen eines Kapitalmarkttages im November 2020 präsentieren.

Derzeit steht ABB aufgrund der Corona-Pandemie und des Ölpreisrückgangs vor herausfordernden Quartalen. Beide Faktoren haben zu sinkender Nachfrage geführt, zum Beispiel in den Absatzmärkten Automobilindustrie und Stromerzeugung. Auch Reisebeschränkungen und Engpässe in den Lieferketten haben einen Einfluss auf den Geschäftsgang. Der chinesische Markt erholt sich dagegen weiter, und die Sektoren Verkehr, Nahrungs- und Genussmittel sowie Rechenzentren entwickeln sich vergleichsweise robust.

Die Gesundheit und Sicherheit all unserer Stakeholder hat in dieser schwierigen Zeit höchste Priorität. Gleichzeitig intensivieren wir unsere Anstrengungen zur Bewältigung der Krise, indem wir mehr virtuelle Kundenbesuche ermöglichen, die Produktionskapazität an die Nachfrage anpassen und unsere Liquidität strikt managen“, so Rosengren.

Bei der heutigen Veranstaltung wird CFO Timo Ihamuotila die Prioritäten von ABB bei der Kapitalallokation erläutern. Diese bleiben unverändert. Der Verkauf des Stromnetzgeschäfts an Hitachi wird voraussichtlich zum Ende des zweiten Quartals 2020 abgeschlossen. ABB beabsichtigt weiterhin, mit den Nettobarerlösen aus der Transaktion Aktien zurückzukaufen. Das Aktienrückkaufprogramm soll unter Berücksichtigung der jeweiligen Umstände auf effiziente und verantwortungsvolle Weise umgesetzt werden. Barmittel werden auch in Form einer steigenden, nachhaltigen Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet. Ausserdem will ABB ihr »Single A«-Rating aufrechterhalten.

Mehrwert durch neues Betriebsmodell ABB Way

Die laufende Dezentralisierung des Geschäftsmodells ist ein Schlüsselelement der Strategie von ABB zur Schaffung eines überdurchschnittlichen Mehrwerts für alle Stakeholder. In den vergangenen 18 Monaten hat ABB ihre langjährige Matrixorganisation erfolgreich aufgelöst und dabei den vier Geschäftsbereichen Elektrifizierung, Industrieautomation, Antriebstechnik sowie Robotik & Fertigungsautomation mehr Verantwortung übertragen.

In Zukunft wird das neue Betriebsmodell ABB Way den Rahmen an Prozessen und Leitlinien festlegen, innerhalb dessen die Geschäftsbereiche und Divisionen mit dem Corporate Center verbunden werden und der Konzern unter der Marke ABB vereint wird. ABB Way ist eine Weiterentwicklung des aktuellen Betriebsmodells ABB-OS. ABB ist auf Kurs, die angestrebten Kosteneinsparungen von

500 Millionen US-Dollar durch ABB-OS 2021 vollständig zu realisieren.

Zudem wird die 2016 erfolgreich eingeführte Digitalplattform ABB Ability nicht länger vom Corporate Center gesteuert, sondern von den Geschäftsbereichen. So können Softwarelösungen effizienter und schneller entwickelt werden. ABB Ability umfasst mehr als 160 digitale Lösungen, die auf Software- Partnerschaften mit führenden Unternehmen wie Microsoft, Hewlett Packard Enterprises oder Ericsson beruhen.

In einem weiteren Schritt wird ABB die 18 Divisionen innerhalb der vier Geschäftsbereiche mit umfassenden Verantwortlichkeiten ausstatten. Damit werden die operativen Einheiten noch näher an den Kunden heranrücken. Einzelheiten zu den Divisionen sowie Strategie-Updates für die Geschäftsbereiche werden auf dem Kapitalmarkttag im November 2020 präsentiert. ABB wird ihre Finanzkennzahlen weiterhin auf Basis der vier Geschäftsbereiche rapportieren.

Wir stärken unser Leistungsmanagement durch ein neues Scorecard-System, das auf sehr transparenten und standardisierten Leistungskennzahlen basiert. Dabei erwarte ich von unseren Führungskräften, dass sie den Fokus zunächst auf Stabilität und Profitabilität legen, bevor sie Wachstum anstreben“, betonte Rosengren. „Für alle Divisionen gilt der Anspruch, Nummer 1 oder 2 in ihrem jeweiligen Marktsegment zu sein.

Im Zuge der neuen Ausrichtung auf Divisionen wird ABB ihr laufendes Portfoliomanagement intensivieren. So soll kontinuierlich ermittelt werden, ob ABB mit Blick auf strategische Attraktivität, Wertschöpfungspotenzial und strukturelle Eignung die beste Eigentümerin für bestimmte Aktivitäten ist.

Das Portfoliomanagement wird künftig eine noch grössere Rolle spielen. Dabei werden wir nicht davor zurückscheuen, Divisionen zu sanieren, zu veräussern oder auszubauen“, sagte Rosengren. „Gleichzeitig plant ABB mittelfristig keine grösseren Akquisitionen.

Im Rahmen von ABB Way werden sich die Konzernfunktionen mit weltweit weniger als 1000 Mitarbeitenden in Zukunft auf Finanz-, Strategie und Governance-Themen konzentrieren. Anfang 2019 waren in Konzernfunktionen noch rund 18 000 Mitarbeitende tätig, die dann schrittweise mehrheitlich in die Geschäftsbereiche transferiert wurden.

Quelle: ABB AG

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