Der Verband Wärmepumpe Austria unterstützt Anlagenqualität

 

Qualität und Effizienz gehen Hand in Hand. Der Verband Wärmepumpe Austria unterstützt die Anlagenqualität durch regelmäßige Aus- und Weiterbildung der Installationspartner und der Verleihung des EHPA-Gütesiegels für den Qualitätsnachweis von Wärmepumpen-Aggregaten. Das EHPA-Gütesiegel, vormals D-A-CH Gütesiegel von Deutschland, Österreich und der Schweiz, wurde von den Verbänden auf europäischer Ebenen entwickelt, um das hohe Qualitätsniveau zu erhalten und weiter auszubauen. Bei Wärmepumpen mit diesem Qualitätssiegel ist die größtmögliche Effizienz, Betriebssicherheit und Umweltfreundlichkeit gewährleistet.

 

Die strategischen Ziele sind:

  • Vereinigung und Stärkung der Branche
  • Verbreitung von Wärmepumpen-Systemen
  • Qualitätssicherung des Gesamtsystems »Wärmepumpe«
  • Aktive Information der Kunden und Kommunikation zwischen allen Beteiligten

 

Vorstandsmitglieder

Richard Freimüller (Präsident), Andreas Bangheri, Karl Ochsner, Peter Weiss, Gerhard Laimer, Alfons Forster und Hans Zeinhofer; Siegfried Kopatsch (Geschäftsführer)

Das Multitalent Wärmepumpe

Wärmepumpen sind nicht nur zum Heizen da! Ihr Anwendungsgebiet ist vielseitig und reicht von der Heizung und Warmwasserbereitung bis zur Kühlung und kontrollierten Wohnraumlüftung. Ebenso flexibel sind die Möglichkeiten zum Einbau einer Wärmepumpe: Im Neubau und in der Sanierung. Die Wärmepumpe ist durch die Nutzung regenerativer Umweltwärme das unabhängige Heizsystem mit Zukunft und trägt maßgeblich zur Verbesserung der energie- und umweltpolitischen Situation bei. Im Vergleich zu anderen Heizungssystemen hat man mit einer Wärmepumpe zudem die geringsten Betriebskosten.

Die Nutzung der Umgebungswärme mittels Wärmepumpen kann in Österreich auf eine lange Tradition zurückblicken. Wärme wird dabei aus bodennahen Luftschichten, oberflächennahem Erdreich (horizontale Kollektoren oder Tiefensonden) oder aus Grundwasser bezogen und ist jederzeit verfügbar. Neben den klassischen Einsatzgebieten der Wärmepumpentechnologie zur Warmwasserbereitung und Raumwärmeversorgung entwickeln sich eine Reihe von Sonderanwendungen, wie die Nutzung kommunaler und betrieblicher Abwässer oder in industriellen Prozessen.

 

 

Der Wärmepumpen-Kreislauf »Aus 1 mach 4«

 

 

 

 

 

Die Wärmepumpen Marktentwicklung

Der europäische Markt wächst jährlich um mehr als 770.000 Wärmepumpen. Seit Beginn des detaillierten Monitorings im Jahr 2005 wurden über 4,5 Millionen Wärmepumpen am europäischen Markt abgesetzt. Damit konnten bisher 43,45 TWh Endenergie und über 18,44 TWh Primärenergie eingespart werden. Dies entspricht einer Reduktion von 8,13 Mt Treibhausgas-Emissionen. Das jährliche Marktvolumen entspricht 6,17 Milliarden Euro und hat einen Beschäftigungseffekt von 38.000 Vollzeitäquivalenten (VZÄ). Mit 200 Millionen Euro Marktvolumen und 1.200 Vollzeit Arbeitsplätzen rangiert Österreich im europäischen Vergleich, bezogen auf die Bevölkerung, auf den vordersten Rängen. In Bezug auf die gesamte Absatzmenge von 16.686 im Jahr 2011 liegt Österreich derzeit an 10. Stelle im europäischen Vergleich.

 

Zahlen & Fakten zum Europäischen Wärmepumpenmarkt

  • Marktvolumen in der EU (Endverbraucher): 6,17 Milliarden Euro/a
  • Auswirkungen auf die Beschäftigung: 38.000 Mitarbeiter VZÄ (Vollzeitäquivalent)
  • Erzeugte Nutzenergie: 8,45 TWh/a (Wärme)

 

  • Einsparungen:
  • Endenergie: 7,32 TWh/a
  • Primärenergie: 3,37 TWh/a
  • THG-Emissionen (EU-20): 1,33 Mt/a

 

 

Nach der Wirtschaftskrise herrscht ein starker Aufwärtstrend am österreichische Markt

Der österreichische Wärmepumpenmarkt ist gekennzeichnet durch ein deutliches Wachstum des Marktes ab dem Jahr 2000 bis zur Wirtschaftskrise 2008. Erstmals seit der Krise zeigen die Verkaufszahlen 2012 wieder einen eindeutig positiven Trend. Derzeit befinden sich österreichweit über 200.000 Wärmepumpenanlagen in Betrieb.

 

Der Gesamtabsatz an Wärmepumpen (Heizung und Brauchwasser) stieg im Jahr 2012 um 10,3%,von 25.241 im Jahr 2011 auf 27.848 im Jahr 2012.

Der Inlandsmarkt wuchs um 7,1% auf 17.657 Anlagen.

Der Exportmarkt stieg um 16,4% auf 10.191 Wärmepumpen.

Dies entspricht einer Exportquote gesamt 34,6%.

Als Exportschlager erweist sich die Brauchwasser-Wärmepumpe mit einem Zuwachs des Exportanteils 2012 um 24,2 % zum Vergleichszeitraum 2011.

 

Der Inlandsmarkt für Heizungswärmepumpen wuchs im Jahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr um
13,3 %, wobei 2012 im Inlandsmarkt 13.347 Heizungswärmepumpen verkauft wurden. Der Brauch-wasserwärmepumpen-Markt verzeichnete 2012 im Inland einen leichten Rückgang von 6,2 % auf
3.884 Anlagen.

 

Zahlen und Fakten zum österreichischen Wärmepumpenmarkt 2012:

  • Absatzsteigerung gesamt: + 10,3 % (27.848 Stück)
  • Inlands- /Exportmarkt: + 7,1 % (17.657 Stück) / + 16,4 % (10.191 Stück)
  • Heizungswärmepumpen Inland: + 13,3 % (13.347 Stück)

 

Verteilung der Wärmequellen am Heimmarkt

Der langjährige Trend zu Luft/Wasser-Wärmepumpen verstärkt sich im Jahr 2012 und stieg im Vergleich zum Jahr 2011 um 31,3%, auf 7.083 Stück. Auch Wasser/Wasser-Wärmepumpen konnten mit einem Plus von 5,4% von 976 auf 1.029 Anlagen ihren Marktanteil ausbauen. Sole/Wasser-Wärmepumpen sanken um 5,4% auf 4.576 Stück und Direktverdampfungsanlagen um 6,5% auf 659 Anlagen österreichweit.

Ökonomische und Ökologische Effekte

Die österreichische Wärmepumpenbranche (Produktion, Handel und Installation) konnte somit den Gesamtumsatz auf über 200 Millionen Euro weiter steigern. Der derzeitige Beschäftigungseffekt beläuft sich auf knapp 1.200 Vollzeitarbeitsplätze. Aufgrund des in Betrieb befindlichen Wärmepumpenparks in Österreich konnten Emissionen von über 400.000 Tonnen CO2äqu vermieden werden.

  • Marktvolumen (Endverbraucher): 200,5 Millionen Euro/a
  • Auswirkungen auf die Beschäftigung: 1.200 Mitarbeiter VZÄ (Vollzeitäquivalent)
  • Erzeugte Nutzenergie: 8,50 TWh/a (Wärme)
  • Einsparungen: Emissionen von 400.000 Tonnen CO2äqu

 

Dieser generelle Aufwärtstrend am Wärmepumpensektor wird auch durch die vor kurzem veröffentlichte Trendstudie des VIZ (Verband der Installations-Zulieferindustrie) bestätigt: 503 der befragten Installateure reihen die Wärmepumpe unter die fünf stärksten Umsatzträger der kommenden Jahre.

Oberösterreich im Fokus

Oberösterreich gilt als Geburtsstätte der Wärmepumpe und zeigt auch im Jahr 2012 einen ungebrochenen Aufwärtstrend mit über 2.000 zusätzlichen Anlagen. Der derzeitige oberösterreichische Wärmepumpenmarkt beläuft sich auf insgesamt 49.800 Stück und hat somit im Österreichvergleich die Nase vorne. Eine positive Entwicklung kann nicht nur am Neubausektor, sondern auch im Sanierungsbereich verzeichnet werden. Bereits jeder Zweite greift beim Neubau zu einer Wärmepumpe. Bei der Sanierung gibt es zwar noch Aufholbedarf, trotzdem ist es hier bereits jeder Vierte, der sich für ein Wärmepumpensystem entscheidet.

 

 

Die Wärmepumpe in der Sanierung

Die aktuelle Sanierungsquote mit 3 %. Als Maßnahme zur Steigerung am Sektor des privaten Haushalts wurde der Sanierungsscheck ins Leben gerufen. Der Sanierungsscheck 2013 ist eine gemeinsame Förderung des Lebens- und des Wirtschaftsministeriums und dient dazu, thermische Sanierungen im privaten Wohnbau für Gebäude finanziell zu unterstützen. Gefördert wird die thermische Sanierung der Gebäudehülle mit max. EUR 5.000,- . Zusätzlich erhöht die Sanierung des Heizungssystems die Förderung um EUR 2.000,-.

 

Zwei Fehlentscheidungen – Eine Förderung

Im Bereich der Wärmepumpe wird hier ein COP-Wert von 4 als Förderungskriterium vorausgesetzt. Durch diese Vorgabe beschränkt man im Vorhinein das Potential maßgeblich, und dies obwohl österreichweit bis 25% aller Wärmepumpen in der Sanierung eingebaut werden. Für Außenluft-Wärmepumpen, die speziell in der Sanierung stark nachgefragt sind, ist diese Vorgabe eine kaum erreichbare Auflage, um nicht zu sagen eine unüberwindbare Hürde. Die im Oktober 2012 veröffentlichte Studie des österreichischen DVEK (Dachverband Energie und Klima) zeigt, dass sich Investitionen in Heizungssysteme zwischen 10 und 21 Jahren, und Investitionen in die thermische Sanierung, sich erst in 33 Jahren refinanzieren. Auch die Einsparung der Heizkosten durch die Umstellung des Heizsystems ist bei gleicher Investition bei weitem höher.

 

Appell an die Politik:

Eine Reduktion des Förderkriteriums für Wärmepumpen um nur 10 % (COP auf 3,6). Dies würde das Potential der Wärmepumpe in der Sanierung um 25 % steigern!

Gleichstellung der Sanierung von thermischer Gebäudehülle und Haustechniksystemen!

 

 

 

 

 

Innovationen und Trends

Folgende Entwicklungen nehmen maßgeblichen Einfluss auf die Verbreitung von Wärmepumpen-

systemen.

 

Smart Grid Ready – Intelligente Speicher

Mit dem Ausbau dezentraler erneuerbarer Erzeugungsanlagen (wie z.B. Photovoltaik) befindet sich der Energiemarkt im Umbruch! Der direkte Verbrauch eigens erzeugter elektrischer Energie und die Netzintegration gehören zu den dringlichsten Problemen der Energiewende. Die Lösung liegt in der Vernetzung der Haustechnik und der Anbindung an ein intelligentes Stromnetz (Smart Grid). Moderne Wärmepumpen können ein Teil dieser Lösung sein. Sie können bei Bedarf überschüssigen Strom in thermische Energie umwandeln, die dann in einem Puffer- oder Warmwasserspeicher »gelagert« wird.

Um ihr Speicherpotential noch besser zu nutzen, benötigt die Wärmepumpe eine entsprechend smarte Regelungstechnik. Diese können Verbraucher in Zukunft am Smart Grid Label erkennen. Derzeit wird das Label ausschließlich in Deutschland durch den Bundesverband Wärmepumpe e.V. vergeben. Die Ausweitung auf den österreichischen Markt ist geplant.

 

Wissenswert:

Smart Grid Ready – Das Label für »intelligente Wärmepumpen«: Am SG Ready-Logo können die Kunden in Zukunft Smart-Grid-fähige Wärmepumpen erkennen.

»Power-to-heat« – Intelligente Speicherkonzepte mit Wärmepumpen für regenerativen oder dezentral

erzeugten Strom.
»Prosumer« – Wandel des Kunden: Vom reinen Konsumenten hin zum Energieproduzenten.

 

 

 

 

Neue Anwendungsgebiete und Erschließung städtischer Wärmequellen

Im privaten Wohnbau entwickelt sich die Wärmepumpe zum zentralen Haustechnik-System, welches neben der Wärmeversorgung, Be- und Entlüftung oder auch die Kühlfunktion übernehmen kann. Im Kühlbetrieb sind ausschließlich die Umwälzpumpen in Betrieb. Dabei wird in den Sommermonaten die niedrigere Temperatur des Erdreiches oder des Grundwassers genutzt. Neben gewerblichen Einsatzgebieten der Beheizung und Wärmerückgewinnung gewinnt der Einsatz im mehrgeschossigen Wohnbau und die Nutzung städtischer Wärmequellen an Bedeutung. Großes Potential bieten hierbei urbane Räume mit hohen Temperaturen der Wärmequelle. Als städtische Wärmequellen wird u. a. auf Tunnel, Einhausungen, Abwasserkanäle oder auf warme Grundwässer direkt zugegriffen.

 

Verfügbarkeit und Preise fossiler Energieträger

Einer der stärksten Treiber erneuerbarer Energie ist die Verfügbarkeit fossiler Energieträger und den damit im direkten Zusammenhang stehenden Preis. Das Potential der Wärmepumpe im Bereich der Heizungssanierung ist enorm: Allein in Österreich heizen noch mehr als 800.000 Haushalte mit Öl.

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