Das Rad wird neu erfunden

 

Inzwischen arbeiten Ingenieure gerne wieder daran. Ein Vorteil der Radnabenantriebe: Sie machen den Motorraum überflüssig, da sie direkt am Rad sitzen. Vorangetrieben wird die Forschung von diversen Fraunhofer-Instituten. Das Fraunhofer LBF etwa entwickelte ein Rad aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff, das über ein CFK-Gehäusebauteil mit einem permanenterregten Synchronmotor verbunden ist. Das System senkt das Fahrzeuggewicht und verbessert dessen Aerodynamik. Auch Siemens arbeitet an einer permanenterregten Synchronmaschine für die Radnabe. Die Firmen Mercedes, Brabus und Protean Electric haben Radnabenantriebe für die E-Klasse erprobt. Und Jaguar experimentierte damit in seinem Hybrid-Prototypen C-X75.

 

Doch es gibt auch marktreife Konzepte: den eWheelDrive der Firma Schaeffler etwa, der so klein ist, dass er samt Motor, Leistungselektronik, Flüssigkeitskühlung, Reibungsbremse und Steuerung in einer serienmäßigen Felge Platz hat. Bereits auf dem Markt ist auch der »Zawheel« von Ziehl-Abegg. 90 Prozent Wirkungsgrad verspricht der getriebelose Radnabenantrieb für Nutzfahrzeuge. In Holland, Schweden und Korea fahren deshalb bereits Linienbusse damit. Ein Clou: Bremsenergie geht nicht verloren, sondern fließt in die Akkus. In Ventilatoren, Aufzügen und Spezialfahrzeugen kommen Radnabenantriebe ebenfalls zum Einsatz. Micromotor z.B. präsentierte auf der Hannover Messe 2012 einen Radnabenmotor für Flurtransporter und Heavy-Duty-Rollstühle.

 

Dass der Radnabenantrieb den Weg in immer mehr Produkte findet, wird auch die Hannover Messe 2013 zeigen. Vor allem auf der MobiliTec (Halle 25) sowie der MDA (Hallen 21 bis 25) stehen elektrische Antriebe zur Schau.

 

www.hannovermesse.de

 

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