Das Interview mit der Planlicht Geschäftsführung

Seit nunmehr gut eineinhalb Jahren ist Felicitas Kohler, BA Geschäftsführerin von Planlicht. „Menschen wollen mit Menschen sprechen und nicht mit Unternehmen”, diesen Leitsatz pflegt Felicitas Kohler als Geschäftsphilosophie zu leben, und das offensichtlich mit Erfolg: 2013 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von 16 Mio. Euro. Für dieses Jahr wird eine Steigerung von 40% erwartet.

Frau Kohler, würden Sie uns bitte etwas zur Geschichte von Planlicht erzählen?
Felicitas Kohler: Johann Findl, mein Vater, hat Planlicht 1986 als Ein-Mann-Unternehmen im Bereich Handelswaren gegründet. Anfang der 1990er-Jahre hat sich Planlicht stufenweise zum Produktionsunternehmen entwickelt. Das ist mittlerweile auch unser Kerngeschäft. Die Eigenproduktion startete mit Niedervoltsystemen, was lange Jahre unser Herzstück darstellte. Wurden anfangs sehr viele Privatpersonen beliefert, hat sich der Vertriebsweg im Laufe der Zeit zum architektonischen Bereich, mit Leuchtensystemen im Profilleuchtensektor und Flächenleuchten für den Shop- und Officebereich, hin entwickelt.
Im Juni 2000 habe ich in der Telefonzentrale des Unternehmens begonnen und mich anschließend im planlicht-Shop betätigt. Danach bin ich ins Büro zur Sachbearbeitung und Einkauf gewechselt und habe 2007 die Verantwortung für die Einkaufsabteilung und das Kundenservicecenter übernommen. Im Jahr 2009 nahm ich schließlich zusätzlich die Funktion als Assistenz der Geschäftsführung ein und habe nebenbei ein berufsbegleitendes Wirtschaftsstudium absolviert. Im Jänner 2013 war ich dann so weit, um die Geschäftsführung zu übernehmen.

Wir haben uns im Vorfeld erlaubt, mit Planlicht-Mitarbeitern über das Unternehmen zu sprechen und dabei nur Positives erfahren. Was unterscheidet Planlicht von seinem Mitbewerb?
Kohler: Ich denke, das lässt sich mit einem Wort beschreiben, nämlich Menschlichkeit. Es ist egal, ob ich mit Kunden oder Mitarbeitern arbeite, es geht immer um Menschen, und denen möchte ich das Gefühl geben, dass sie bei uns genau an der richtigen Adresse sind und in Entscheidungen eingebunden werden. Unsere Mitarbeiter sollen sich nicht betroffen, sondern am Unternehmen beteiligt fühlen. Im Grunde mag ich schon das Wort Mitarbeiter nicht und würde es eher durch Mitunternehmer ersetzen. Mein Ziel ist es, deren innere Motivation zu wecken. Das benötigt auf der einen Seite Freiraum, aber auch auf der anderen Seite ganz klare Linien und Grenzen. Innerhalb dieses Raumes kann sich jeder frei bewegen und seine Entwicklung mitbestimmen.

Warum bevorzugen Sie den Begriff Partner statt Kunde? Was macht dieses »Upgrade« aus?
Kohler: Für mein Verständnis schwingt bei der Bezeichnung Kunde immer das Kurzfristige mit. Bei Partnerschaften hingegen geht es darum, in guten und schlechten Zeiten zusammenzuhalten – das ist uns sehr wichtig. Wir lassen unsere Partner nicht gleich fallen, wenn diese beispielsweise ein wirtschaftliches Tief erleben. Auch stehen wir Reklamationen nicht negativ gegenüber, sondern versuchen Lösungen zu finden, zu denen wir stehen und aus denen wir lernen, um noch besser zu werden. In einer Branche wie der unseren, in der wir sehr viele Mitbewerber haben, ist das umso wichtiger. Um auf seine Partner wirklich eingehen zu können, muss man aber auch den Markt sehr genau kennen. Ein österreichischer Partner tickt einfach anders als beispielsweise ein Deutscher – die Kultur und Mentalität spielt da eine wichtige Rolle.

Das bringt uns zum nächsten Punkt. Das kleine Ein-Mann-Unternehmen hat sich sehr schnell zu einem internationalen Unternehmen entwickelt. Wohin geht die Reise und wo agiert Planlicht auf der internationalen Bühne?
Kohler: Wird sind weltweit vertreten – Planlicht kann man überall finden, das lässt sich ohne weiteres so sagen. Unser Fokus ist und bleibt aber Europa, wobei Österreich, Deutschland und Frankreich unsere Hauptmärkte sind. Wir werden uns in Zukunft um weitere Märkte in Europa bemühen – wir wollen schließlich in die Tiefe und nicht in die Breite gehen.
Die Chance für ein erweitertes Netzwerk besteht auch darin, dass mein Vater und ich zu gewissen Menschen einen anderen Zugang haben. Die Vergangenheit war sehr gut und mein Vater hat den richtigen Zeitpunkt erkannt, mit dem Geschäftsführungswechsel neuen Schwung ins Unternehmen zu bringen. Die Menschen, die ich für uns gewinnen will, brauchen auch eine Perspektive. Geldspritzen sind da immer nur kurzfristige Motivatoren – Menschen wollen Sicherheit für die Zukunft und die Möglichkeit, mit zu gestalten. Somit war mir klar, als ich diese große Verantwortung übernahm, dass ich 100% geben werde.
So habe ich begonnen, den Markt zu durchleuchten und nach der Regel »starkes zieht starkes an« Partner zu suchen. Es ist mir dann auch gelungen, einige Alpha-Tiere für unser Unternehmen zu gewinnen, was es für andere lukrativ macht eine Zusammenarbeit mit uns in Betracht zu ziehen. Wir haben nun die richtigen Menschen auf den richtigen Plätzen und sind bereit für die Zukunft.

Frau Kohler, wir danken für das Gespräch!

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