Das Internet der Dinge wird persönlich

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Mit der stärkeren Personalisierung von Produkten und Services erreicht die Vernetzung nun die nächste Entwicklungsstufe: „Die vernetzte Welt wird zunehmend emotional. Geräte werden zu intelligenten Begleitern, die den Alltag erleichtern und sicherer machen – sei es zu Hause, in der Stadt, im Auto oder bei der Arbeit.“ So halten laut einer aktuellen Studie mehr als 60 Prozent der Befragten intelligente Assistenten für sinnvoll. „Bosch prägt alle Bereiche der vernetzten Welt. Wir sind gut aufgestellt, um auch in der Personalisierung der Vernetzung eine führende Rolle einzunehmen“, so Struth. Bosch könne wie nur wenige Unternehmen mit Sensorik, Software und Services sowie der eigenen IoT Cloud das Internet der Dinge (IoT) aus einer Hand anbieten. Datensicherheit spiele dabei eine zentrale Rolle. „Kunden und Nutzer haben volle Transparenz und entscheiden selbst darüber, wie ihre Daten genutzt werden.“

Zudem habe sich Bosch zum Ziel gesetzt, 100 Prozent seiner elektronischen Erzeugnisse zu vernetzen und für jedes Produkt ein vernetztes Servicepaket anzubieten. „Vernetzte Technologien müssen immer einen Mehrwert bieten“, so Struth. Im Fokus stehe hierbei der Kunde: „Es wird immer wichtiger, sich mit cleveren Zusatzfunktionen und Services zu differenzieren und individuelle Bedürfnisse und Nutzungsgewohnheiten einzugehen“, sagte Struth. Das sei mit der Personalisierung von Produkten und Lösungen mithilfe von Vernetzung besser als je zuvor möglich.

Das Auto wird zum Assistenten
Bis 2022 soll der weltweite Markt für vernetzte Mobilität um jährlich fast 25 Prozent wachsen. Schon in wenigen Jahren werden Autos zum aktiven Teil des IoT und können mit anderen Verkehrsmitteln oder dem Smart Home kommunizieren. Auf der CES 2017 präsentierte Bosch mit einem neuen Konzeptfahrzeug, wie Lebenswelten nahtlos zusammenwachsen: „Das Fahrzeug wird zum zentralen Akteur, der domänenübergreifend kommuniziert“, sagte Struth. So wurde die personalisierte Kommunikation zwischen Auto und Fahrer weiter ausgebaut: Neue Funktionen vernetzen das Fahrzeug mit der Umgebung, dem smarten Zuhause oder der Autowerkstatt. Und sie ermöglichen das hochautomatisierte Fahren. „Bosch sorgt dafür, dass Mobilität und smarte Services mühelos verschmelzen“, so Struth. Wenn das Auto über die Cloud mit dem Smart Home oder sogar der Smart City verbunden ist, steige der Mehrwert für jeden Einzelnen. „Durch Vernetzung wird das Auto zum Assistenten auf vier Rädern.“

Das Bosch-Konzeptauto wartet darüber hinaus mit einer Reihe innovativer Technologien auf: Sobald der Fahrer sitzt, werden anhand einer Gesichtserkennung Lenkrad, Spiegel, Wunschtemperatur und Radiosender individuell eingestellt. Die Bedienung erfolgt über ein haptisches Touch-Display und eine innovative Gestensteuerung – beide geben beim Bedienen eine fühlbare Rückmeldung. Fährt das Auto hochautomatisiert, ermöglichen cloudbasierte Dienste Videokonferenzen, die Einkaufsplanung fürs Wochenende oder das Abspielen der neuesten Videos. Nahezu 100 Stunden jährlich wird der typische Vielfahrer in den USA, in Deutschland oder China so im Jahr 2025 effizienter und entspannter nutzen können, zeigt eine von Bosch in Auftrag gegebene Studie. Rein technisch läuft die Vernetzung über Kommunikations-Steuergeräte sowie ein zentrales Gateway von Bosch – einem Knotenpunkt, der im Auto die Kommunikation über alle Datenbusse hinweg mit allen Domänen sicherstellt. Übertragungs- und Verschlüsselungslösungen von ETAS und ESCRYPT, beide Teil der Bosch-Gruppe, realisieren cloudbasierte, sichere Updates der Fahrzeugsoftware über das ganze Fahrzeugleben. Denn wenn das Auto mit der Umgebung kommuniziert, müssen regelmäßig Sicherheitsupdates aufgespielt werden.

In der Kommunikation mit der Umgebung übernimmt das Auto auch in der vernetzten Stadt wichtige Aufgaben. So wird es zum Beispiel mit Community-based Parking zum Assistenten bei der Parkplatzsuche. Im Vorbeifahren erkennt das Auto Lücken zwischen parkenden Fahrzeugen. Die erfassten Informationen werden in eine digitale Straßenkarte übertragen. Leistungsfähige Algorithmen von Bosch plausibilisieren die Daten und treffen eine Vorhersage zur Parkplatzsituation. Ein cloudbasierter Service, der anhand dieser Daten eine Echtzeit-Parkkarte erstellt, spart dem Autofahrer viel Zeit und Stress, aber auch Geld. 2017 sind Pilotaktivitäten in den USA geplant. Mit Mercedes-Benz erprobt Bosch das Community-based Parking bereits im Raum Stuttgart.

Vernetzte Helfer übernehmen zu Hause gleich mehrere Aufgaben
Auch in den eigenen vier Wänden bekommt der Nutzer durch das Internet der Dinge eine Reihe an intelligenten Helfern, die das Leben einfacher und sicherer machen. Dabei übernehmen manche Produkte gleich mehrere Funktionen: Der Rauchmelder überwacht beispielsweise auch die Luftqualität und kann zusätzlich mit seiner Sirene zur Abschreckung ungebetener Gäste eingesetzt werden.

Das Bosch Smart Home System ermöglicht es, vernetzte Geräte in Haus und Wohnung über eine einzige App zu steuern. Mit dem Szenario-Manager wird das smarte Zuhause zudem noch intuitiver: Wer das Haus verlässt, muss nicht mehr selbst überprüfen, ob Heizung, Elektrogeräte oder Licht ausgeschaltet sind. Das erhöht den Komfort und die Sicherheit. Durch die einfache Aktivierung von Szenarien via Fingertipp übernimmt der Szenario-Manager für die Bosch Smart Home App derartige Alltagsroutinen.

Produkte direkt als intelligente Assistenten konzipiert
Mit Personalisierung bei vernetzten Lösungen werden Technologien und Services nicht nur auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten. Vielmehr entwickelt Bosch auch zunehmend Produkte direkt als persönliche Assistenten. Diese können mit den Nutzern kommunizieren. Ein Beispiel ist Mykie – kurz für »My kitchen elf«. Mit diesem Konzept tritt die BSH Hausgeräte GmbH in die Welt der persönlichen Assistenten ein. Bedient wird Mykie über die Stimme des Nutzers. Er hört dem Anwender zu, beantwortet seine Fragen und unterstützt ihn bei vielen Themen des Alltags – er weiß beispielsweise sofort, was sich gerade im Kühlschrank befindet, wie lange der Kuchen noch im Backofen bleiben sollte und ob am Nachmittag die Sonne scheint. Bequem kann der Nutzer mit dem vernetzten Mykie die gesamte Bandbreite der Home Connect Hausgeräte steuern. Genauso bringt Mykie seine Nutzer auf Wunsch auch virtuell zusammen – um gemeinsam zu kochen oder Rezeptideen auszutauschen.

Weltpremiere: Bosch Start-up stellt Begleiter für Zuhause vor
Das von der Robert Bosch Start-up GmbH (BOSP) unterstützte Start-up Mayfield Robotics setzt ebenfalls auf das Geschäft mit Begleitern. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von Home-Robotern spezialisiert und stellte anlässlich der CES 2017 seinen ersten kommerziellen Roboter Kuri vor. Dieser soll Ende 2017 in den USA auf den Markt kommen. Der etwa 50 Zentimeter große Roboter ist mit Lautsprecher, Mikrofon, Kamera und mehreren Sensoren ausgestattet. Er kann sich im Wohnraum bewegen und merkt sich dabei den kürzesten Weg. Kuri interagiert mit den Bewohnern und reagiert beispielsweise auf die Mutter anders als auf das Kind. Zudem kann er die Eltern auswärts informieren, wenn ihre Kinder nach Hause kommen. Am Firmensitz des Start-ups in Redwood City, Kalifornien, arbeiten über 30 motivierte Robotik-Ingenieure und Designer. Sie können insbesondere von der kreativen Unabhängigkeit und der inspirierenden Silicon-Valley-Start-up-Kultur profitieren. „Für Bosch ist es wichtig, durch gezielte Investitionen in kreative Start-ups frühzeitig auf neue Trends reagieren zu können. Auf diese Weise sichern wir uns Zugang zu disruptiven Branchenentwicklungen“, so Struth.

Assistenten unterstützen auch in der vernetzten Fertigung
In der vernetzten Fertigung spielen Assistenten auch eine wesentliche Rolle: Der APAS beispielsweise ermöglicht eine flexible und effiziente Fertigung. Er übernimmt anstrengende, gefährliche oder auch monotone Aufgaben und ist auf die enge Zusammenarbeit mit dem Menschen spezialisiert. Dank einer Sensorhaut erkennt der automatische Produktionsassistent, wenn ihm ein Mensch zu nahe kommt und stoppt dann sofort. Bosch hat den APAS speziell im Hinblick auf den Einsatz in der Industrie 4.0 konzipiert. Als Leitanbieter und Leitanwender von Industrie 4.0 ist Bosch laut eigenen Angaben wie kaum ein anderes Unternehmen aufgestellt.

Das Unternehmen erschließt mit einer neuen Lösung, dem IoT Gateway, Vorteile der vernetzten Industrie auch für Betreiber älterer Maschinen. „Viele Maschinen sind noch ohne Industrie 4.0-Anbindung. Unter anderem fehlen ihnen Sensoren, Software oder die Anbindung an IT-Systeme des Unternehmens – und damit wesentliche Voraussetzungen für die vernetzte Fertigung“, so Struth. „Global betrachtet, ist das ein Milliardenmarkt für Retrofit-Lösungen wie das Bosch IoT Gateway.“ Das vernetzte System kombiniert Sensorik, Software sowie eine IoT-fähige Industriesteuerung und ermöglicht damit eine Zustandserkennung der Maschine. Die Industrie brauche vernetzte Maschinen, um nachhaltig Erfolg zu haben. Genau das leiste das IoT Gateway von Bosch – schnell und flexibel.

Bosch-Manifest für das Internet der Dinge
„Für uns ist Vernetzung mehr als nur Technik. Sie durchdringt das gesamte Leben. Vernetzung erleichtert Mobilität, macht Häuser intelligent und Fabriken produktiver. Sie verändert, wie wir in Städten leben und arbeiten, oder wie wir mit unserer Gesundheit umgehen. Bosch prägt mit seinem breiten Leistungsspektrum alle Bereiche dieser vernetzten Welt. Eine Welt, die neue Träume möglich macht. Deshalb lasst uns gemeinsam den nächsten Schritt der Vernetzung gehen. Lasst uns echte Verbindungen schaffen – in der Welt, im Web und in der Cloud. Lasst uns Visionäre mit Machern zusammenbringen, Träume mit Taten, Teile mit dem Ganzen. Mit Ergebnissen, die virtuell und real spürbar sind und unseren bleibenden Anspruch verkörpern: Simply connected.“

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