DECA-Stellungnahme
DECA-Obmann Robert Pichler bedauert: „Die Chancen für die österreichische Wirtschaft, die in der Energieeffizienz liegen, werden damit nicht ausreichend offensiv genutzt.“ (Bild: pixabay.com)

Stellungnahme der DECA zum Entwurf der Klima- und Energiestrategie:

Darf die Energieeffizienz noch an Bord kommen?

Nach der Stellungnahme der IG Windkraft hat sich nun auch der Zusammenschluss österreichischer Anbieter von Energieeffizienzdienstleistungen (DECA) zum Entwurf der Klima- und Energiestrategie geäußert:

Die Vorlage eines Entwurfs für die Klima- und Energiestrategie wird grundsätzlich begrüßt. Die Ansätze im Bereich Gebäude und Verkehr bieten eine – wenn auch in vielen Details noch mit konkreten Maßnahmen und Daten zu ergänzende – Grundlage für Klimapolitik. Als richtungsweisend ist zu werten, dass ein eindeutiges Bekenntnis zum Paris Agreement aus der Strategie herauszulesen ist, wie auch schon aus der Koalitionsvereinbarung. Als positiv ist auch anzumerken, dass an mehreren Stellen die Chancen, die im Bereich Klimaschutz auch in ökonomischer Hinsicht liegen, betont werden und dass auch auf die Kosten des Klimawandels hingewiesen wird.

Zum Thema Energieeffizienz ist allerdings noch Luft nach oben feststellbar:

  1. Energieeffizienz ist – trotz oftmaliger Verwendung des Begriffs – kein eigener Schwerpunkt in der gesamten Strategie.
  2. Das Energieeffizienzziel der Strategie bleibt mit 25 – 30 % Effizienzsteigerung gegenüber 2015 hinter der derzeit auf EU-Ebene im Zuge der Neufassung der Energieeffizienz-Direktive diskutierten Bandbreite von 30 – 35 % Effizienzsteigerung gegenüber 2007 zurück.
  3. Die Effizienz-Maßnahmen der Strategie sind aller Voraussicht nach nicht ausreichend, um selbst das Effizienzziel der KES zu erreichen.
  4. Energieeffizienz für Klein- und Mittelunternehmen ist praktisch nicht adressiert, Prozessenergie ist aber mit einem Anteil von 34 % am Endenergieverbrauch eine der drei wichtigsten Handlungsfelder neben Raumwärme und Verkehr. In KMUs liegt der Fokus auf dem Kerngeschäft – oft fehlt Personal und Know-how, um sich, trotz ergiebigen Einsparpotentials, mit „Nebenbereichen” wie Energieeffizienz zu beschäftigen. Und: Investitionen in Effizienz rechnen sich aufgrund der geringen Energiekosten weniger rasch als Investitionen ins Kerngeschäft.
  5. Energieeffizienzpolitik sollte auch dafür sorgen, dass Investoren in Energieeffizienz ein stabiles Investitionsumfeld vorfinden. Maßnahmen zur Qualitätssteigerung von Projekten in diesem Bereich sind daher auch eine wirksame Maßnahme, um das Thema »Green Finance« zu stärken.

Robert Pichler, Obmann der DECA, bedauert: „Die Chancen für die österreichische Wirtschaft, die in der Energieeffizienz liegen, werden damit nicht ausreichend offensiv genutzt, nämlich Innovation Leader zu sein und so Zukunftsmärkte zu entwickeln und die  Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft zu stärken.”

Die DECA schlägt vier zusätzliche Leuchttürme vor, um dem Thema Energieeffizienz in der Strategie einen adäquaten Stellenwert zu verschaffen: Drei Leuchttürme fokussieren auf die Zielgruppe der nicht dem ETS-System unterworfenen Betriebe, ein vierter Leuchtturm beschäftigt sich mit Energiedienstleistungsmodellen mit Fokus auf Einbindung privaten Kapitals, die in der Strategie ebenfalls als Ziel gesetzt wird (Initiativen zur »Mobilisierung von privatem Kapital zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen«).

 

Hier die ganze Stellungnahme und die Leuchttürme der DECA im Detail: deca.at/aktuelle-inhalte

 

Quelle: APA