V.l.n.r.: Andreas Wirth, Robert Pfarrwaller und Manfred Müllner präsentieren ein gemeinsames Positionspapier, das die energieeffiziente Gebäudesanierung in den Fokus rückt. (Bild: Rexel Austria)

Hohes Energie-Einsparungspotenzial:

CO2-Reduktion durch Gebäudesanierung

Elektroindustrie, Elektrohandel und Elektrotechniker fordern technologieneutrale Investitionsanreize: Der Einsatz innovativer Gebäudetechnologien leistet einen wesentlichen Beitrag zur CO2-Reduktion.

Die Gebäudesanierung ist der heimliche Star, der Hidden Champion des Energieeffizienz-Potenzials: Der Einsatz innovativer Gebäudetechnologien leistet einen wesentlichen Beitrag zum effizienten Energiemanagement und zur CO2-Reduktion. In der Klimaschutz-Diskussion wird diesem Umstand noch zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Die Vertreter von Elektroindustrie, Elektrohandel und der Elektrotechniker in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) fordern nun ein Umdenken und präsentieren ein gemeinsames Positionspapier, das die energieeffiziente Gebäudesanierung in den Fokus rückt.

Steigendem Energieverbrauch entgegenwirken

Angesichts des stetig steigenden Energieverbrauchs können wir die Klimaschutzziele und die CO2-Reduktionsziele nur erreichen, wenn die Energieeffizienz speziell bei der Gebäudesanierung weiter erhöht wird. „Die technologische Entwicklung und die Digitalisierung eröffnen uns hier neue Möglichkeiten. Es gilt nun, den Übergang zu diesen Technologien proaktiv zu gestalten“, so Manfred Müllner, Geschäftsführer-Stellvertreter des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie. „Das heißt, die bautechnische Sanierung und die Digitalisierung des Gebäudes müssen das Ziel sein.“

„Klimaschutz scheitert heute an den zögerlichen Investitionen und der noch viel zu niedrigen Renovierungsrate“, erklärt Robert Pfarrwaller, Fachausschuss-Vorsitzender Elektrogroßhandel des Bundesgremiums Elektro- und Einrichtungsfachhandel: „Die zentralen Fragen sind: Wie können wir CO2-neutralen Strom erzeugen, speichern und dessen Verwendung in Gebäuden erhöhen. Und wie können wir mit Hilfe der Digitalisierung und Automatisierung sowohl die Energieeffizienz als auch den Komfort weiter erhöhen. Dazu sind bereits viele Technologien verfügbar und die ersten Best Practice-Beispiele zeigen das große Potenzial energieeffizienter Gebäudesanierungen auf. Das Wissen rund um diese neuen Technologien ist aber noch nicht ausreichend vorhanden.“ Die Umsetzung und Beratung dieses Ziels erfordern die Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Einsatz energieeffizienter Technologien steuerlich entlasten

Neben einer bewusstseinsbildenden Offensive fordert Pfarrwaller Investitionsanreize, um energieeffiziente Sanierungen attraktiver zu machen: „Wir schlagen in unserem Modell die Einführung eines Abschreibungsmodells vor, das die steuerliche Entlastung für Gebäude- Investitionen mit nachweislichen Energie- und CO2-Einsparungen vorsieht. Die Höhe der Entlastung richtet sich nach der Höhe der belegbaren Einsparungen.“ Die Analysen und Nachweise sind durch Marktteilnehmer erstellbar, die bereits heute zur Ausstellung von Gebäude-Energieausweisen berechtigt sind.

Um Planungssicherheit zu geben und um einen messbaren Impuls zu entfalten, muss diese Maßnahme für mindestens eine Legislaturperiode umgesetzt werden. Pfarrwaller: „Auch der Entfall der Eigenstromsteuer ist zu diskutieren. Durch sie wird die Stromproduktion für den Eigenbedarf der Gewerbebetriebe derzeit verhindert.“

Mit Hilfe dieser finanziellen Anreize soll die Anhebung der derzeitigen Renovierungsrate von unter 1 Prozent auf die in der #mission2030 geforderten 2 Prozent bis 2030 gelingen.

Andreas Wirth, Bundesinnungsmeister der Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker in der WKÖ, weist auf den Umstand hin, dass bei elektrotechnischen Sanierungen die Elektrotechniker vor Ort ein umfangreiches Lösungs-Know-how anbieten und eine kompetente Umsetzung gewährleisten, die für die Objektsicherheit und die der Nutzer entscheidend ist.

Technologieneutrale Betrachtung

Wirth plädiert weiters für eine technologieneutrale und ganzheitliche Sichtweise: „Punktuelle Maßnahmen bringen nichts, da auf jedes Gebäude individuell eingegangen werden muss. Ziel in der Beratung des gewerblichen Kunden und der Endkonsumenten ist es, die geeignetsten Effizienz-Maßnahmen mit dem höchsten Einsparpotenzial zu ergreifen.“

Von der Entwicklung einer intelligenten Energie-Infrastruktur profitiere, so Wirth, auch die regionale Wertschöpfung und die heimische Innovationskraft werde gestärkt. Gesamtheitlich entwickelte Energiekonzepte unterstützen zudem Regionen und Gemeinden, um die negativen Folgen des Klimawandels zu bewältigen und machen sie nachhaltig fit für die digitale Zukunft.

Österreich braucht jetzt einen massiven Investitionsschub, sind sich die drei Experten einig. „Ohne Investitionen in klimaschonende Technologien wird Österreich die Klimaziele verfehlen. Die energieeffizienten Technologien sind bereits am Markt, jetzt geht es darum dieses Potenzial zu nutzen“, so Manfred Müllner abschließend.

Das Positionspapier steht hier zum Download zur Verfügung:
http://bit.do/Energie2019

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