Braunkohle statt Windräder: Pakistan wird dreckig

Dass Pakistan die Kohlepolitik von Donald Trump imitiert, ginge jedoch zu weit. Die politische Führung des islamischen Landes liebäugelt schon lange damit, die gewaltigen Vorräte an Braunkohle vor allem in der Thar-Wüste zu fördern und in neu zu bauenden Kraftwerken zu verbrennen. Jetzt ist die zunächst unüberwindlich erscheinende finanzielle Hürde genommen. China finanziert dieses und andere Energieprojekte in Pakistan mit 55 Mrd. Dollar.

Es beginnt mit einem 3,5 Mrd. Dollar schweren Joint Venture der beiden Länder zur Förderung von Braunkohle für ein 1.300-Megawatt-Werk, das pro Jahr etwa sieben Mio. Tonnen Kohle verbraucht. Die CO2-Emissionen liegen bei etwa zehn Mio. Tonnen pro Jahr. Weitere Anlagen sollen folgen. Der in der Thar-Wüste erzeugte Strom wird über neue Hochspannungsleitungen, die weitere drei Mrd. Dollar verschlingen, zu den Verbrauchsschwerpunkten geleitet.

Weniger vom Öl abhängig
Pakistan könnte ein wohlhabendes Land sein. Doch Korruption, Terrorismus und politische Turbulenzen behindern die Entwicklung. Dazu kommt ein Mangel an elektrischer Energie. Immer wieder bricht das Stromnetz zusammen, nicht zuletzt wegen des Alters der betriebenen Atommeiler. Die heimischen Kohlereserven sollen den Umschwung bringen. Sie lassen sich kostengünstig fördern und verstromen. Die teure Abhängigkeit des Landes von Öl- und Gasimporten würde drastisch gemildert. Pakistan gibt allein für Erdölimporte pro Jahr acht Mrd. Dollar aus. Außerdem ist das Land einer der größten Importeure von verflüssigtem Erdgas.

Die Thar-Kohleflöze beginnen allerdings erst 160 Meter unterhalb einer Sandschicht. Mit technischer Hilfe aus China hat das Land begonnen, die gewaltigen Sandmengen auf einer Fläche von einigen Quadratkilometern abzubaggern. Bereits 2020 wird nach Einschätzung von Tahir Abbas, Analyst beim Brokerunternehmen Arif Habib in Karatschi, so viel Kohle verstromt, dass der Anteil 24 Prozent erreicht.

Quelle: Pressetext

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