Auf neuem Kurs

Seit etwa vier Monaten hat bei der Thorn Licht GmbH ein neuer Mann das Steuer in der Hand. Der gebürtige Deutsche, der in den letzten zwölf Jahren im Dienste von Zumtobel stand, zog mit November 2010 in die Unternehmenszentrale Wien, von wo aus er den herausfordernden Aufgaben der Geschäftsführung begegnet. Wir vom i-Magazin wollten wissen: Wird der Wechsel an der Spitze Auswirkungen auf das Vertriebswesen des Unternehmens haben? Welche technischen Innovationen dürfen sich Elektrotechniker, Planer und Großhändler erwarten? Wie sieht der Führungsstil des erfahrenen Lichttechnikers aus? Und: In welche Richtung soll sich das Unternehmen entwickeln? Die Antworten darauf wollen wir ihnen nicht vorenthalten….

 

Jetzt anklicken und Video 1 ansehen! →

Herr Mattern, Sie sind seit November des Vorjahres Geschäftsführer von Thorn Österreich – nehmen Sie noch eine andere Funktion innerhalb des Unternehmens ein? 

Dipl.-Ing. Jürgen Mattern, Geschäftsführer Thorn Licht GmbH: Ja – meine Funktion schließt auch die Betreuung von Deutschland und der Schweiz als Area-Sales-Manager mit ein.

Woher kommen Sie? Wie sieht ihr bisheriger beruflicher Werdegang aus?

Mattern: Ich komme ursprünglich aus Deutschland, aus der Nähe Dortmunds, lebte aber beruflich bedingt immer wieder an anderen Orten. Am Anfang meiner beruflichen Karriere erschien es mir notwendig, bei verschiedenen Unternehmen entsprechende Erfahrung im Lichtbereich zu sammeln – da war ein steter Wechsel für meine persönliche Entwicklung sehr wichtig. Nach etwa sechs Jahren war es dann für mich an der Zeit, in ein großes Unternehmen einzusteigen – mein beruflicher Werdegang bei Thorn/Zumtobel begann. Zu Beginn war ich im Unternehmen in den Bereichen der Lichtanwendung tätig – und wie man so schön in der Branche sagt: »Einmal Licht – immer Licht« – hält die Begeisterung für das Thema Licht für mich bis heute an. Das Schöne an dieser Tätigkeit ist, dass stets der Mensch im Mittelpunkt steht, der ja im Licht bzw. der Beleuchtungssituation leben und arbeiten soll – die Planung muss also unter Miteinbeziehung des Komforts und des gesundheitlichen Aspektes für die Menschen stattfinden. Ein spannendes Feld für die Lichttechnik – und für mich der »Drive«, für die Beleuchtungsbranche zu arbeiten.

 

Sie waren zunächst für Zumtobel tätig?

Mattern: Ja, für etwa fünf, sechs Jahre, bevor ich für drei Jahre nach Sydney auswanderte und der Lichttechnik für diese Zeit den Rücken zukehrte. In Australien widmete ich mich anderen beruflichen Herausforderungen, wie der Vertriebssteuerung, dem Controlling, der Produktionsleitung und dem Management – eine Berufserfahrung, die mich lehrte, wie ein Unternehmen erfolgreich funktionieren kann, wie es strukturiert werden muss, damit alle Prozesse optimal ineinander wirken. Drei Jahre später zog es mich wieder nach Europa, wo ich mich dann schlussendlich in Österreich niederließ. In dieser Zeit führte ich für Thorn einige Konzernprojekte durch, bis mir die Möglichkeit geboten wurde, nach Wien zu kommen. Und mittlerweile kann ich sagen: Ich fühle mich sehr wohl hier in diesem für mich sehr internationalen Umfeld, und es ist für mich spannend, erstmals auch mit dem slawischen Bereich (Balkan, Anm. d. Red.) in Berührung zu kommen – eine neue Erfahrung.

 

Jetzt anklicken und Video 2 ansehen! →

 

Die ersten Stimmen zu ihrem Antritt als Thorn-Geschäftsführer ließen nicht lange auf sich warten – es heißt, Sie seien ein angenehmer Zeitgenosse. Wie würden Sie ihren Führungsstil beschreiben? 

Mattern: Meine interne wie externe Kommunikation ist sehr offen, meine Arbeitsweise transparent – ich versuche grundsätzlich nach innen so zu wirken, dass man voraussehen kann, was ich tue bzw. was ich vorhabe. Das ist für mich der entscheidende Erfolgsfaktor, wenn man in einem kleinen Team arbeitet, wie Thorn Licht Österreich aufgestellt ist. Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass man die Verantwortlichkeiten in das Team hineinbringt – die Mitarbeiter sollen wissen: Wie ist die Strategie? Wie sind wir strukturiert? Was kommt als nächstes? Was können wir gut und was müssen wir lernen – und wo ist unser Potenzial am Markt? 

Wie gehen die Mitarbeiter mit dieser Verantwortung um? 

Mattern: Das Feedback, das ich bislang hier bekommen habe, ist absolut positiv – ich habe das Gefühl, die Mitarbeiter genießen dieses Verhalten. 

Was haben Sie für heuer mit Thorn Licht vor? In welche Richtung geht das Unternehmen mit seinen Produkten – wo werden die Schwerpunkte liegen? Worauf kann man sich einstellen, wenn man die Marke Thorn Licht sieht? 

Mattern: Ein wichtiger Aspekt ist für mich, dass wir das Thema »Markenentwicklung« voranbringen – dass unsere Kunden genau wissen, wofür die Marke Thorn am Markt steht. Auch, dass wir eine klare Strategie haben und diese auch vertreten und klar kommunizieren – und auch lebbar machen für die Mitarbeiter und erlebbar für unsere Kunden; das ist ein wesentlicher Bestandteil des Markenerfolges. Ausdrücken wird sich dies in klaren Vertriebswegen und in einem ebenso klaren Marketingauftritt.

 

In welche Richtung geht nun der Vertriebsweg bei Thorn?

Mattern: Für die Thorn Licht GmbH ist der Großhandel DER strategische Partner – das ist unser Vertriebsweg in Österreich.

Welche Schwerpunkte werden heuer gesetzt? Was können sich Elektriker, Planer und der Großhandel von Thorn Lichterwarten? Welche Innovationen wird es geben?

Mattern: Für das Unternehmen Thorn steht für mich an erster Stelle, dass wir unsere Funktion als Hersteller, sowie als verlässlicher Partner am Markt – in Bezug auf Qualität und Lieferperformance – weiter ausbauen bzw. festigen. Ganz wichtig für mich ist auch, dass wir die Supportfunktion, die wir gegenüber dem Großhandel sowie dem Elektriker ausüben, ebenfalls weiter ausbauen. Wir wollen den Elektriker bei der Entwicklung von Lichtkonzepten unterstützen, damit dieser nicht einfach nur Licht in den Raum »hinein installiert« – diese Supportfunktion ist für die Gestaltung der Marke Thorn ein wesentlicher Faktor. 

Wo wird es technologisch gesehen bei Thorn Licht hingehen?  

Mattern: Technologisch gesehen geht der Trend – sowohl in der Innen- als auch Außenbeleuchtung – ganz klar in Richtung LED. Wir sind da in eine neue Technologie eingetaucht, die wir im eigenen Hause entwickeln – zudem haben wir weltweit starke Partner in der LED-Technologie, und natürlich auch die gesamte Elektronik sowie die Entwicklung derselben im eigenen Hause. Das heißt, wir können als namhaftes Unternehmen ganzheitliche Anwendungen anbieten, bei denen der Kunde sicher sein kann, dass er langlebige Lösungen erhält. Bei der LED-Beleuchtung trennen wir nicht mehr zwischen Lampe und Leuchte, sondern sehen den Beleuchtungskörper als technische Einheit.

Das heißt – ein Wort, das der Elektrotechniker in diesem Zusammenhang im Kopf haben sollte, ist »komplett«…

Mattern: Ganz genau. Die Technik beherrschen wir und können sie im Innen- als auch Außenbeleuchtungsbereich anwenden. Wir erreichen die Standards und normativen Werte; das heißt, dass – wenn wir etwas planen – die Technik, so sie auf die Applikationen passt, anbieten können, auch hinsichtlich der späteren Wartung. Der Kunde kann sich darauf verlassen, dass wir heute die Technik beherrschen.

 

Jetzt anklicken und Video 3 ansehen! →

Thema Außenbeleuchtung: In diesem Bereich steht ja einiges an – wie die Umrüstung der Beleuchtung von ganz Österreich – gesetzlich vorgeschrieben mit 2015. Für Thorn Licht ein Thema?

Mattern: Wir sind dafür bereit und können heute ein entsprechendes Produkt-Portfolio anbieten – von der Straßen- über Weg- bis zur Parkbeleuchtung und Fassadenanstrahlung. Eigene Mitarbeiter, die wir mit dem Know-how dieser Technologien aufbauen, tragen dieses Wissen es in den Markt hinein bzw. entwickeln mit den Städten und Gemeinden Projekte. Damit begegnen auch wir den Themen Energieeffizienz, Reduktion von Wartungskosten, CO2-Reduzierung… 

Bleibt das Unternehmen in dieser Größenordnung?

Mattern: Ich hoffe, dass wir das Unternehmen zukünftig ausbauen können; dass wir unseren Marktanteil durch das, was wir vorhaben bzw. wie wir uns am Markt präsentieren werden, ausbauen können – und dass es dahingehend in den nächsten Jahren eine positive Entwicklung geben wird.   

Ist Österreich für Thorn Licht ein schwieriger Markt – verglichen mit anderen Ländern?

Mattern: Ich bin schon seit einigen Jahren beruflich international tätig und kann nur wenige länderspezifische Unterschiede feststellen. Natürlich gibt es Unterschiede in der Marktbearbeitung; wenn ich aber rein die Beleuchtungsbranche hernehme – wie wir mit den Kunden arbeiten – sind für mich viele Parallelen zu anderen Ländern zu sehen. Eine Erkenntnis, die für mich wichtig ist – ich kann so meine berufliche Erfahrung hierzulande bestmöglich einbringen, sodass die Marke Thorn Licht unseren Kunden weiterhin als verlässlicher und innovativer Partner zur Verfügung steht.

 

Herr Mattern, wir danken für das Gespräch.


www.thornlighting.at

ähnliche Beiträge