Aktion verlängert

Unsichere Elektroanlagen sind die häufigste Brandursache. Sicher vor solchen Bränden und Stromunfällen werden Konsumenten mit der Elektro-Check-Initiative der Wiener Elektroinnung. Mieter können auf Recht für Sicherheit pochen.

7 Brände pro Tag durch unsichere Elektroanlagen
Jährlich fordern unsichere und veraltete Elektroanlagen 40 bis 50 Todesopfer infolge von Stromschlägen und elektrisch gezündeten Bränden. Pro Tag sind es rund 7 Feuer, die so entstehen und zusätzlich Sachschäden in Millionenhöhe verursachen. Dabei wären die rund 2.800 Brände pro Jahr aufgrund veralteter Anlagen in fast allen Fällen zu vermeiden.

Die Elektro-Check-Initiative der Wiener Elektroinnung wurde nun um ein Jahr verlängert.Belastung von Elektroanlagen?
„Viele Bewohner merken davon nichts, schweben aber dennoch in latenter Lebens- und Brandgefahr. Vor allem in älteren Wohneinheiten sind Anlagen stark belastet. Immer mehr Elektrogeräte sorgen für einen erhöhten Strombedarf, Kontaktteile ermüden oder ein Mangel an Steckdosen verführt Konsumenten zur Verwendung langer Mehrfachsteckdosenleisten, um nur einige Ursachen anzuführen,“ führt Mag. Gottfried Rotter aus, PR-Referent der Bundesinnung und Geschäftsführer der e-Marke. Hinzu kommen falsch installierte Systeme, die schwache Leitungen oder nicht genügend Stromkreise aufweisen, und so mancher Freizeitbastler bringt sich und seine Familie mit eigenmächtig veränderten Installationen oder nicht fachgemäß durchgeführten Erweiterungen in Gefahr.

Messung der unsichtbaren Gefahr mit Elektro-Check
Die Elektroinnung Wien startete im Sommer 2013 eine Sicherheitsinitiative für Konsumenten. „Beim Elektro-Check überprüft der Elektrotechniker eine Anlage auf Herz und Nieren. In einer umfassenden Dokumentation wird der „Ist-Zustand“ festgehalten und alle Gefahrenquellen und Risiken werden sicher diagnostiziert. Diese Dokumentation ist im Fall des Falles gerichtsverwertbar und führt neben den Mängeln auch konkrete Maßnahmen zur Beseitigung an,“ beschreibt Christian Bräuer, Landesinnungsmeister Stv. und geschäftsführender Präsident des KFE, die Sicherheitskampagne. Für die Aktion wurde ein Fixpreis festgelegt, abhängig von der Größe der Liegenschaft: Wohnungen bis 75 m2 werden bereits um € 290,- inkl. 20 % Mehrwertsteuer überprüft.

Recht auf Sicherheit für Mieter
Nach vielen Jahren ermüden Kunststoffkabel und werden brüchig. Daher können Elektroinstallationen, wie sie in vielen Fällen bei Bauten – z. B. aus den 50er bis 70er Jahren vorliegen – zur Gefahr für ihre Nutzer werden. Grundsätzlich verpflichtet der Gesetzgeber die Betreiber einer Elektroanlage, also in der Regel die Mieter und Eigentümer, zur Instandhaltung und Überprüfung, setzt aber keine konkrete Prüffrist fest. Dennoch sind Mieter aufgefordert, sich ihr Recht zu holen, denn seit dem Jahr 2006 gibt es eine normative Mindestausstattung für Häuser und Wohnungen. Diese umfasst FI-Schutzschalter, eine Mindestanzahl von Stromkreisen, Steckdosen, Lichtauslässen oder Anschlussstellen für Kommunikation.

Das IFS ermittelt jedes Jahr mehr als 1.000 Brandursachen. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden in der IFS Schadendatenbank gesammelt und statistisch ausgewertet. (Quelle: IFS-Schadendatenbank)Wohnungen mit unsicheren Elektroanlagen dürfen seit der aktuellen Elektrotechnik-Verordnung vom Juli 2010 nicht mehr neu vermietet werden. Vor jeder Neuvermietung muss der Vermieter die Elektroanlage der Wohnung von einem Elektrotechniker überprüfen lassen. Sie muss die Sicherheitsstandards des Elektrotechnik-Gesetzes von 1992 erfüllen. Entspricht sie nicht, müssen die Sicherheitsmängel beseitigt werden. Die Sicherheit der Elektroanlage muss der Vermieter dem Mieter in einem Elektro-Befund (umfangreiche schriftliche Dokumentation) nachweisen. Vor allem Mieter, deren Wohnungen dem Mietrechtsgesetz (Vollanwendungsbereich) unterliegen, sollten die Elektro-Check-Initiative der Wiener Elektroinnung nutzen! Denn, wenn sich bei der Überprüfung herausstellt, dass von der Elektroanlage erhebliche Gefahren ausgehen – und die lauern unbemerkt in Hunderttausenden Wohnungen – muss der Vermieter die Anlage auf seine Kosten sanieren lassen.

Freiwillige Vorsorge
Eine einwandfrei funktionierende Elektroanlage verhindert nicht nur Kabelbrände, sie reduziert auch die Gefahr von Elektrogerätebränden. Bei schutzgeerdeten Geräten, wie etwa einer Tiefkühltruhe, bemerkt der FI-Schutzschalter frühzeitig den nicht rückfließenden Strom und schaltet die Anlage stromlos. Es gibt aber noch weitere sichtbare Kennzeichen für Laien, die auf Gefahrenquellen hinweisen, z. B. schwarze Kreise im Verteilerstecker oder am Trafo bei Lampen sowie Funken in der Steckdose.

Pickerl für Elektroanlagen wird empfohlen
Bei Gasheizungen oder -thermen sowie Zentralheizungskesseln oder Rauchfängen ist die periodische Kontrolle obligatorisch. Die Elektroinnung wünscht sich schon seit Jahrzehnten solche Kontrollen auch für Elektroanlagen, vor allem für Anlagen aus der Vor- oder Nachkriegszeit, denn von denen geht die Hauptgefahr aus.

Der Elektro-Check ist ein Schritt in eine sichere Richtung. Interessierte Konsumenten können sich direkt auf der Website des Kuratorium für Elektrotechnik (www.kfe.at) sowie auf der Webseite der e- Marke (www.e-marke.at) mehr Informationen holen und ihren persönlichen Check anmelden.

Problem Ursachenforschung
„Die Brandursachenstatistik ist in diesem Zusammenhang nicht aussagekräftig“, erklärt DI, Dr. Friedrich Perner, Präsident des Institutes zur Förderung von Brandschutz und Sicherheit. „Fehlende personelle und technische Ressourcen lassen die Klärung der Ursachen aller Brände nicht zu. »Brandursache unbekannt« heißt es dann bei knapp 30% aller Brände. Auch die Statistik »Todesfälle durch Feuer und Rauch« ist mangelhaft. Sie zählt nur die Menschen, die direkt am Brandort verstorben sind als »Brandtote«. Daher werden von dieser Statistik all die Menschen nicht erfasst, die nachträglich – im Krankenhaus – an den Spätfolgen der Brände gestorben sind“, führt Perner weiter aus.  

Brandursachenstatistik
Das IFS ermittelt jedes Jahr mehr als 1000 Brandursachen. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden in der IFS Schadendatenbank gesammelt und statistisch ausgewertet. Hieraus resultiert die Brandursachenstatistik des IFS. Nach welchen Gesichtspunkten die Beauftragung des IFS erfolgt, bestimmen die Auftraggeber. Insofern ist die Statistik nicht repräsentativ für das gesamte Schadengeschehen. Andererseits basieren die umfangreicheren Statistiken der Versicherer zu den Schadenursachen nur auf dem ersten Eindruck der Schadenregulierer. Dieser Eindruck muss nicht immer richtig sein. Es gibt keine Statistik die sowohl auf fundierter Schadenanalyse beruht, als auch repräsentativ für das gesamte Schadengeschehen ist.

Zum Beispiel gibt es viele Brände durch Blitzschlag in den Versicherungsstatistiken. Beim IFS tauchen diese Schäden kaum auf, da diese relativ einfach erkennbar sind und in der Regel keine Ursachenermittlung durchgeführt wird.

 

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